Das Forschungsprojekt im Auftrag des Sozialministeriums Baden-Württemberg gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil wird die Entwicklung auf dem baden-württembergischen Arbeitsmarkt im Untersuchungszeitraum 1994 bis 1998 sowie die aktuelle Situation dargestellt. Entsprechend der Förderausrichtung des Europäischen Sozialfonds (ESF) werden dabei vor allem jene Personengruppen näher untersucht, die aufgrund von Vermittlungshemmnissen einen erschwerten Zugang zur Beschäftigung aufweisen. In einem zweiten Teil wird die eigentliche Evaluation der durch den ESF kofinanzierten Maßnahmen im Rahmen des Ziel Nr. 3 ausgeführt. Unter Berücksichtigung der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsentwicklung in Baden-Württemberg werden die geförderten Maßnahmen auf der Grundlage qualitativer und quantitativer Daten dargestellt und in Bezug auf die zugrundeliegende Förderstrategie evaluiert. Der Evaluierungsbericht mündet in Handlungsempfehlungen für die neue Förderperiode 2000-2006.
Beinhalteten die ersten beiden Teile im wesentlichen eine Retrospektivbetrachtung der abgelaufenen Förderperiode, so widmet sich der dritte Teil der Agenda 2000 und der mit ihr verbundenen Reform der Strukturfonds. Er soll dazu beitragen, den Handlungsrahmen der Aktivitäten auf der Ebene der Mitgliedsstaaten und vor allem der Bundesländer in der neuen Förderperiode zu erläutern.
Als ein generelles Ergebnis der Untersuchungen soll hervorgehoben werden, dass insbesondere die in Baden-Württemberg praktizierte enge Einbindung der durch den ESF kofinanzierten Qualifizierungsmaßnahmen in die Betriebe sich sehr gut bewährt. Es konnte damit eine ausgeprägte Praxisnähe der Maßnahmen erreicht und der Übergang der Teilnehmer in reguläre Beschäftigung verbessert werden. Im weiteren zeigte sich eine Reihe von Maßnahmenträgenr als sehr innovativ. So konnten neue Tätigkeitsfelder z. B. im Bereich Umweltschutz, Recycling oder Fahrradverleih für eine öffentlich geförderte Beschäftigung geschaffen werden.
Angesichts des in wichtigen Wirtschaftsbereichen eingetretenen Fachkräftemangels bestehen in der neuen Förderperiode verbesserte Möglichkeiten des Übergangs in reguläre Beschäftigung als dies in der zurückliegenden Förderperiode der Fall war. Für un- und angelernte Personen oder Personen mit mehreren Vermittlungshemmnissen werden sich durch die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt voraussichtlich jedoch keine nennenswerten Änderungen ergeben.
Projektbearbeiter: Dipl.-Soz. Michael Mangold, Dipl.-Ing. Thomas Plum und Dr. Dörthe Üstünsöz-Beurer
Auftraggeber: Sozialministerium Baden- Württemberg
Status: abgeschlossen
Ansprechpartner: Dipl.-Soz. Michael Mangold (Tel. 06222/660884)