Einiges Wissenswerte über Statistik
und statistische Graphik

"Statistik ist ein Sammelname für viele verschiedenartige Aktivitäten, Kenntnisse, Prozeduren, Denkweisen. Aber immer hat sie es - praktisch oder theoretisch, wirklich oder vorgestellt - mit Daten zu tun: Das sind Zahlenwerte - Anzahlen, Meßwerte - die an der Realität gewonnen werden und immer Realitätsbezug haben (sollen)." (Martin Rutsch: Statistik 1, Mit Daten umgehen. Birkhäuser Verlag, Basel 1988.)

Eine gute Quelle zum leichten und anschaulichen Erlernen der Grundlagen von Statistik und Wahrscheinlichkeits-Theorie bieten die 4 Bände von Wolf-Dieter Heller u.a.:

Birkhäuser-Verlag, Basel (Studien- und Unterrichtsmaterial zur Lehrerfortbildung SULF)
Sie enthalten viele Beispiele und vollständig gelöste Übungsaufgaben, somit ist auch für Studenten hier die richtige Quelle, Verstänis für die Inhalte dieses oft sehr abgehoben gelehrten Fachgebietes zu gewinnen.


Schon sehr früh in der Entwicklung der Statistik wurde versucht, die ermittelteten Daten in Form einer Abbildung zu veranschaulichen. Allerdings war es immer recht mühsam, große Datenmengen graphisch darzustellen, zudem erforderte es besondere Sorgfalt, die Zahlenwerte exakt wiederzugeben.
Durch die zunehmende Verfügbarkeit von Computern, in deren Folge ein reichhaltiges Angebot geeigneter Anwenderprogramme entstand, wurde auch das Erstellen statistischer Graphiken generell erleichtert. Besonders in der Arbeitswelt, also in Industrie, Handel und Verbänden, wo schon seit langem für Publikationen neben Tabellen auch Diagramme beispielsweise für die Darstellung wirtschaftlicher Daten verwendet werden, konnten die neuen Möglichkeiten genutzt werden.
Wie sieht es nun in der Praxis aus?

Umsetzung statistischer Graphiken in der Praxis

- Eine empirische Erhebung -

Mit einer Umfrage in Industrie, Banken, Handel und Versicherungen sollte ein Überblick über die Verwendung statistischer Graphiken und insbesondere statistischer Graphiksoftware außerhalb von Wissenschaft und Lehre gewonnen werden. Zu diesem Zweck wurden 654 deutsche Unternehmen aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen ausgewählt, wobei das Kriterium die Zahl der Mitarbeiter war. Jedes Unternehmen erhielt drei Fragebögen, die an verschiedene Abteilungen gehen sollten. Von den angeschriebenen Firmen haben 38 % wenigsten einen Fragebogen zurückgeschickt.
Die Frage, welche Bedeutung statische Graphiken für die tägliche Arbeit im Vergleich der letzten 5 - 10 Jahre hatte, liefert die Ergebnisse, die in der folgenden Abbildung wiedergegeben werden:

Plum's Torten-Stapelgraphik .

Wie aus der Abbildung zu erkennen ist, ist für weit über die Hälfte der Befragten die Bedeutung statistischer Graphiken angestiegen. Für keinen hat sich deren Bedeutung verringert.
Als Gründe für die zunemende Bedeutung statistischer Graphiken wurden vor allen Dingen die gewachsenen Datenmengen sowie die besseren Möglichkeiten ihrer Erstellung durch Computerhilfe genannt.
Die Mehrzahl der Befragten verwendete vorwiegend Linien- und Stabdiagramme, demgegenüber sind Streudiagramme relativ selten genannt worden. Dies deutet darauf hin, daß die Graphiken weniger für die Datenanalyse als vielmehr für die Datenpräsentation verwendet werden.
Besonders überraschend war, daß bei den 252 verschiedenen Unternehmen über 100 verschiedene Softwarepakete im Einsatz waren, mit denen statistische Graphiken erstellt wurden. Es scheint sich also bisher kein Softwarepaket in diesem Bereich durchgesetzt zu haben, was an den vielfältig genannten Problemen auch deutlich wird. Die gängigsten Probleme, die genannt wurden, sind:

Neben diesen graphikspezifischen Problemen wurden noch eine Vielzahl allgemeiner Probleme wie unzureichende Dokumentation, schlechte Benutzerführung, usw. genannt. Ungenügende Ausgabemöglichkeiten erschweren nach den Angaben der Befragten zusätzlich den Umgang mit statistischer Graphiksoftware.

Der o.a. kurzen Abriß gibt nur einen kurzen Einblick in die reichhaltigen Ergebnisse der Umfrage. Mehr darüber erfahren Sie in der vollständigen Arbeit mit dem Titel "Die Bedeutung statistischer Graphiken in der Praxis - eine empirische Erhebung bei deutschen Unternehmen", die Sie bei mir erwerben können. Siehe auch den abstract aus der FORIS-Datenbank


Die statistische Graphik als datenanalytisches und didaktisches Instrument

Eingehend mit diesem Thema hat sich Jürgen Geßler mit diesem Thema befaßt. In seinem Buch "Statistische Graphik" erschienen im Bikrhäuser Verlag Basel, 1993, heißt es im Vorwort:
"Das Gebiet statistischer Graphiken hat in den letzten 20 Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Ein Grund hierfür ist in der Verbreitung explorativer Methoden zu sehen." Zudem haben "zunehmende Rechenleistung der Computer und die dadurch entstandenen softwaretechnischen Möglichkeiten die statistischen Graphiken nicht nur einem breiten Anwenderkreis zugänglich gemacht, sondern ebenso die Entstehung bisher nicht gekannter Möglichkeiten graphischen Arbeitens bewirkt."
Das Buch gibt einen sachkundigen Überblick über den weiten Bereich graphisch-statistischer Methoden. Hier stehen vor allem die Methoden der Datananalyse im Vordergund, zudem wird auf die interaktiven und dynamischen Formen der Gewinnung besserer Anschauung der vorliegenden Daten eingegangen. Darüberhinaus werden in dem Buch wesentliche Kenntnisse zu dem Gebiet des wahrnehmungs- und denkpsychologischen Hintergrundes graphischer Methodik vermittelt.


Stochastisches Denken

An das Thema der Wahrnehmung und der Didaktik auf dem Gebiet der Statistik knüpft Wolfgang Bea mit seinem Buch "Stochastisches Denken - Analysen aus kognitionspsychologischer und didaktischer Perspektive" an. Erschienen ist es im Verlag Peter Lang, Frankfurt, 1995. Er befaßt sich hier mit dem stochastischen Denken, d.h. die kognitive Verarbeitung von Unsicherheit. Das Denken in Wahrscheinlichkeiten spielt ja im täglichen Leben oft unbewußt eine zentrale Rolle. Wie - u. a. durch Unterrichtsexperimente erprobt - mit Hilfe graphischer Modelle vor allem bedingte Wahrscheinlichkeiten besser vermittelt werden können, wird in dem Buch anschaulich dargestellt.

Beide Autoren waren Assistenten am Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie der Universität Karlsruhe und haben dort sehr viel zur Verbesserung und Neuentwicklung von Lehrmethoden und auf dem Gebiet der Statistik beigetragen.


Mehr über Statistik und Graphik das nächste Mal...

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