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Tierkreisbilder
Zwillinge und Stier von der Wandfläche rechts neben dem Langhaustympanon
von San Isidoro
"Diese einstige Hauptstadt eines
Königreichs hat zwei Sakralbauten, die einander ebenbürtig sind: die
romanische Stiftskirche und die gotische Kathedrale.
San Isidoro
Die Stiftskirche San Isidoro erhebt ihren Turm über die Reste alter
Mauern. Die Kirche ist im 11. Jh. neu erstanden, im 12. Jh. vergrößert
worden (geweiht 1149).
Die beiden Südportale fallen besonders ins Auge. Das Hauptportal
überschattet ein spät hinzugefügtes Giebeldach, auf das man gerne
verzichten möchte. Die Skulpturen aber sind meisterhaft: oben der
'Tierkreis': auf jeder Seite eine ausdrucksstarke Statue - links der
Schutzheilige der Kirche, rechts die kindliche Erscheinung des San Pelayo,
des ersten Kirchenpatrons, der, 14 Jahre alt, 925 in Córdoba den
Märtyrertod erlitt. Das Tympanon stellt das Lamm Gottes dar, in
einer von Engeln gehaltenen Kreisscheibe; darunter das Opfer Abrahams
- sehr drastisch wiedergegeben. Das Südportal, am Querschiff, ist ebenso
bedeutend, trotz der Einfachheit. Es hat zwei Archivolten; zu beiden
Seiten stehen Petrus und Paulus. Die Skulptur des Tympanon zeigt in drei
unverbundenen Szenen, von links nach rechts, die Himmelfahrt Christi,
die Kreuzabnahme und die Frauen am Grabe.
Das Innere der Kirche ist von stattlichem Ausmaß, mit drei Längsschiffen
und einem Querschiff. Nur die seitlichen Apsiden erscheinen im Chorhaupt,
die mittlere ist in Umbauten aufgegangen. Ins Museum kamen verschiedene
Taufbecken des 11. Jh. - derbe, ehrliche Steinmetzarbeit.
Unter der Kirche blieb durch einen glücklichen Zufall die Vorhalle (Narthex)
der ursprünglichen Basilika erhalten, mit dem berühmten Pantheon der
Könige (1054-1067). Typisch sind die Pfeiler. Auf den kurzen Rundsäulen
ruhen die Kapitelle mit menschlichen und katzenartigen Gestalten, unter
die sich pflanzliche Elemente mischen.
Was an dem Pantheon fesselt, sind aber nicht die - über 40 -
Fürstengräber, nicht einmal die Kapitelle, sondern die Fresken von
1167-1175 (oder 1181-1188?), die, in erstaunlich gutem Zustand,
Kreuzgewölbe und Gurtbögen vollständig bedecken. Eine großartige Majestas
Domini in der Mandorla thront zwischen den vier Evangelistensymbolen (Viergetier).
...
An Profanbauten sind hervorzuheben: die prächtige Casa de los Guzmanes
(2. Hälfte 16. Jh.) und am Hauptplatz das Rathaus (1677) mit drei
Balkonreihen."
DuMont: SPANIEN, Bildatlas der Spanischen
Kunst, S. 14-20
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