Botanische Exkursion: Buchenwald im Frühling und im Sommer
Der Buchenwald ist die vorherrschende Waldart des Flachlands bis in die montane Stufe, wobei natürlicherweise wenige andere Baumarten beigemischt sind. Wir beobachten etwa vier Hauptausprägungen des Buchenwakldes in Abhängigkeit von Bodenverhältnissen und Höhenlage:
In der Strauchschicht finden sich Crataegus monogyna, C. laevigata, Cornus sanguinea und gelegentlich Liguster (wo?). ein Großteil der Strauchschicht ist aber Jungwuchs der Bäume.
Die Krautschicht ist artenreich und von hoher Deckung; auffallend sind Waldmeister (Galium odoratum), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Anemone nemorosa, Hieracium murorum, Viola reichenbachiana und Viola riviniana. Unter den Grasähnlichen sind Carex flacca und Milium effusum zur Exkursionszeit erkennbar. Später im Jahr fallen auch Orchideen im Gebiet auf.
Der besuchte Wald stockt an der Ostflanke des Rheintals an der Grenze zum Kraichgau. Im Untergrund befindet sich Kalkgestein, bedeckt von einer mehr oder weniger ausgeprägten Lössschicht mit unterschiedlichen Humusanteilen. Bedingt durch die unterschiedlichen Hanglagen treten ausserdem unterschiedliche Feuchtigkeitsverhältnisse auf, von mäßig trocken über (typischerweise) mäßig frisch bis feucht; lokal stehen sogar Quellhorizonte an, so dass sehr feuchte Waldabschnitte resultieren.
Weiter südlich, auf dem Buntsandstein des Albtals, am Nordrand
des Schwarzwaldes, stockt bodensaurer Buchenwald mit deutlich anderen Charakteristika.
Die Krautschicht ist spärlich, nach der charakteristischen Art Luzula
luzuloides werden die Wälder als Luzulo-Fagetum eingeordnet. Weitere
Arten der Krautschicht sind Deschampsia flexuosa, Luzula sylvatica, Pteridium
aquilinum, Festuca altissima, Calluna vulgaris, Sarothamnus scoparius.
An nährstoffreicheren und häufig auch weniger basischen Standorten;
häufig in Lichtungen oder am Waldrand treten auch anspruchsvollere
Arten wie Geum urbanum, Rubus idaeus, Milium effusum auf. Natürlich
beigemischt können Bergahorn, Traubeneiche, Vogelbeere (Sorbus aucuparia),
Carpinus betulus und Tannen (Abies alba) auftreten, die anzutreffenden
Fichten sind forstlich gepflanzt.
Fragen (Frühjahr)
1. Welche Ahornarten treten in Deutschland natürlich auf? Wie kann
man sie unterscheiden?
2. Vergleichen Sie Hainbuche und Rotbuche morphologisch, anatomisch
und ökologisch.
3. Was bedeutet kleistogam? Welche der vorgestellten Arten sind kleistogam?
4. Auf der Exkursion kamen wir durch krautreiche und durch ausgesprochen
krautarme Abschnitte des Buchenwaldes. Diskutieren Sie mögliche Ursachen
für dieses Mosaik.
5. Welche Sukzesionen sind in einem Kahlschlag des Buchenwaldes zu
erwarten?
6. Welche Besonderheiten in Wuchs, äusseren Auffälligkeiten
und Ökologie lassen sich an einer Rotbuche beobachten?
7. Wie unterscheiden sich die angetroffenen Fichtenpflanzungen vom
"natürlichen" Buchenwald?
8. Nennen Sie einige der häufiger angetroffenen Pflanzender Krautschicht.
9. Was ist ein Kalkzeiger? Nennen Sie Beispiele.
Fragen (Sommer)
1. Welche der angetroffenen Arten der Kraut- und Strauchschicht sind
Säurezeiger?
2. Beschreiben Sie die ökologischen Ansprüche des Adlerfarns.
Wie wird seine Ausbreitung gefördert und warum ist er forstlich nicht
gern gesehen?
3. Erklären Sie den Namen "Adlerfarn".
4. Welche Pteridophyta wurden angetroffen, wie unterscheiden sie sich
in ihren Anprüchen?
5. Vergleichen Sie Luzula luzuloides und Luzula sylvatica.
6. Welche blühenden Pflanzen der Krautschicht wurden gefunden,
an welchen Standorten?
7. Wie kommen die stark bodensauren Standortverhältnisse im Gebiet
zustandee?
8. Pflichtfrage für Teilnehmer der Frühjahrs-Buchenwaldexkursion:
Vergleichen Sie die beiden Buchenwaldtypen.
9. Beschreiben Sie einige interessante Aspekte der Vegetation der Albaue.
Letzte Änderung: Max
Seyfried 14.04.1999