Botanisches Institut - Universität Karlsruhe
Botanische Exkursion zur Ungeheuerklamm
Treffpunkt: südlicher Ortseingang von Untergrombach; Seitenstraße gegenüber Tankstelle)

Exkursionsleitung: Prof. Leist

Die Ungeheuerklamm ist seit 1996 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Sie schneidet bis zu 15 m in den Muschelkalk ein und stellt die tiefste und eindrucksvollste Erosinsschlucht zwischen Karlsruhe und Bruchsal dar. Die Klamm überwindet immerhin ein Gefälle von rund 120 m auf sehr kurzer Distanz, was die Erosionskraft des Wassers etwas illustrieren mag.

Im Bereich der Ungeheuerklamm finden sich auf kleinstem Raum drei unterschiedliche Waldtypen :

Im Osten und im Westen, d. h. oben und unten wird die Klamm von Streuobstwiesen und Halbtrockenrasen begrenzt, die das kleinräumige Mosaik um weitere Biotoptypen ergänzen.

Es überrascht nicht, daß sich hier auch eine entsprechende Artenvielfalt, sowohl faunistisch als auch floristisch eingestellt hat. Botanisch interessant ist vor allem das inselartige Auftreten von Feuchtwald- und Bergwaldarten, wie dem Dornigen Schildfarn (Polystichum aculeatum), der Bergulme (Ulmus glabra), der Tollkirsche (Atropa belladonna), Winterschachtelhalm (Equisetum hyemale), verschiedenen Carex-Arten und zahlreichen Moosen.

Fragen

1. Welche Waldtypen haben Sie gesehen? Charakterisieren Sie die Waldtypen nach den typischen Bäumen und den typischen krautigen Begleitarten.
2. Vergleichen Sie kurz eine Talklinge wie die Ungeheuerklamm mit einem Hohlweg bezüglich der Entstehung und der Vegetation.
3. Zwischen Durlach und Bruchsal gibt es noch mehr solche Talklingen (wenn auch nicht so tief). Versuchen Sie auf der Rückfahrt von der Exkursion oder auf der Wanderkarte einige davon zu identifizieren. (Nebenbei auch ein Wandervorschlag zum Vergleich der Schluchten!)
4. Was sind typischen Standortfaktoren im Schluchtwald? Welche Anpassungen zeigen die Pflanzen an diese Faktoren?
5. Welche Ausbreitungsstrategien besitzen die Pflanzen des Schluchtwaldes?
6. Einige Pflanzen zeigen Ihnen oberflächlich saure Bodenverhältnisse an. Wie kommt es hier (trotz Kalkgestein) dazu; welche Pflanzen waren solche Säurezeiger?
7. Was versteht man unter Guttation?

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Letzte Änderung: Max Seyfried 28.06.1999