Die Flora des
Land- und Stadtkreises Karlsruhe in Daten und Bildern
von Michael Hassler (Bruchsal)
Technische Realisierung: Bernd
Schmitt (Waldbronn)
Ein Projekt der AGNUS
(Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz Bruchsal)
und des Landesnaturschutzverbandes
Baden-Württemberg (LNV)
in Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten der Universität Karlsruhe
und dem Verlag Regionalkultur (Ubstadt-Weiher)
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Felder und
Funktionen des Programms
·
Die
Tradition der botanischen Erforschung des Landkreises Karlsruhe
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Das Projekt "Pflanzenwelt
des Land- und Stadtkreises Karlsruhe"
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Die
Naturräume des Landkreises Karlsruhe
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Einige Daten
zum Land- und Stadtkreis Karlsruhe
·
Eine
kleine Statistik der Landkreis-Flora
·
Die wichtigste
Basisliteratur
·
Bemerkungen
zur verwendeten Technik
Haben Sie
Anmerkungen, zusätzliche Daten, Korrekturen zu den Bildern oder können Sie ein
fehlendes Bild zur Verfügung stellen? Schreiben
Sie uns.
Einführung
Diese Datenbank
enthält alle 1834 Pflanzenarten, -unterarten und -varianten, die im Landkreis
Karlsruhe und einigen nahe benachbarten Regionen vorkommen oder vorkamen.
Ungefähr 1750 davon sind mit Bildern illustriert, die verschiedene Aspekte der
Pflanze zeigen (Blüten, Früchte, Habitus etc.). Fast immer handelt es sich
dabei um Digitalphotos, die in den Jahren 2001-2005 eigens für diese Datenbank
angefertigt wurden. Wo immer möglich, wurden Aufnahmen von heimischen
Populationen aus dem Bearbeitungsgebiet verwendet.
Außerdem
publizieren wir als zusätzliche Information ein Textfile zur Naturkunde des Landkreises
Karlsruhe (Michael Hassler & Gerhard Sand, Stand 2003).
Die erste
Version dieser Datenbank wurde als CD-ROM publiziert ("Die Pflanzenwelt
des nördlichen Landkreises Karlsruhe, M. Hassler 2004) und kann beim Verlag Regionalkultur (Ubstadt-Weiher)
bezogen werden, dem wir für die Erlaubnis zur Publikation der erweiterten
Version im Internet sehr herzlich danken.
Das Gebiet der
Bearbeitung umfaßt den gesamten Land- und Stadtkreis
Karlsruhe, außerdem Teile der Schwetzinger Hardt im Rhein-Neckar-Kreis, deren
Sandbiotope sich als organische Einheit zu den Sandbiotopen des Landkreis
Karlsruhes gesellen. Einige Arten, die wenige Kilometer außerhalb des Gebiets
in der linksrheinischen Pfalz und im Stromberg vorkommen, werden ebenfalls
erwähnt. In die Abschätzungen zur Gefährdung und die Statistik wurde allerdings
nur der Land- und Stadtkreis Karlsruhe aufgenommen.
Felder und Funktionen des Programms
Das Hauptmenü enthält folgende
Angaben:
·
Familie (lateinisch/deutsch)
·
Laufende Nummer (diese richtet sich nach der verwandtschaftlichen
Reihenfolge)
·
Gültige lateinische und deutsche Artnamen
·
Auswahl wichtiger Synonyme
·
Status im Gebiet (z. B. heimisch, Neophyt, Adventivart etc.)
·
Hauptbiotope
·
Bestimmungstipps
·
Kommentare zur Art
·
Links zu den Bildern
Sortier- und
Suchfunktionen
Die Schaltleiste
am unteren Bildschirmrand enthält Möglichkeiten, zwischen den verschiedenen Datensätzen
vor- und zurückzublättern sowie zum Ende und Anfang des Gesamt-Datenbestandes
zu springen.
Die
Sortierreihenfolge richtet sich normalerweise nach der verwandtschaftlichen
Reihenfolge (laufende Nummer), wobei die Familieneinteilung modernen Gesichtspunkten
folgt (Angiosperm Phylogeny Website,
Missouri Botanical Garden). Sie kann durch die
Auswahlfunktionen Sortierung und Namen auf alphabetische
Sortierung (lateinischer Name) oder alphabetische Sortierung (deutscher Name)
umgeschaltet werden.
In der oberen
linken Ecke befindet sich ein Feld Suche, mit dem nach lateinischen oder
deutschen Namen bzw. Namensbestandteilen sowie nach der laufenden
Nummer gesucht werden kann. Es ist nicht notwendig, dafür vorher zwischen
lateinischen und deutschen Artnamen umzuschalten. Bei mehreren Treffern werden
alle Treffer darunter eingeblendet.
Oben rechts
kann die Familie ausgewählt werden. Bei Auswahl einer Familie schränkt
sich die dargestellte Artenliste entsprechend ein. Über das Menü Sortierung
kann die Untermenge dann wiederum lateinisch/deutsch oder
alphabetisch/verwandtschaftlich sortiert werden.
Mit der
Schaltfläche Gesamt-Artenliste kehrt man von einer beliebigen
Unterauswahl wieder zur Gesamtauswahl aller Arten zurück.
Detaillierte
Datenfelder
Verschiedene
Datenfelder, deren Inhalt zu groß ist, um auf dem Hauptmenü dargestellt zu
werden, können im rechten Bereich des Hauptmenüs angeklickt werden. Es erscheinen
Pop-up-Boxen mit entsprechenden Daten. Klicken mit
der Maus oder einer beliebigen Taste führt wieder zum Hauptmenü zurück.
1. Die Schaltfläche Gefährdung
gibt den Gefährdungsstatus an:
·
Offizieller Rote-Liste-Status für Deutschland,
Baden-Württemberg und die Naturräume von Baden-Württemberg (nach der aktuellen
Roten Liste Baden-Württemberg)
·
Die vom Verfasser abgeschätzte Gefährdung für das Gesamtgebiet des
nördlichen Landkreises Karlsruhe und für den engeren Bruchsaler Raum
2. Die Schaltfläche Verbreitung
in Baden-Württemberg gibt Hinweise auf die sonstigen Funde der Art und die
Häufigkeit in Baden-Württemberg.
3. Die Schaltfläche Regionale
Verbreitung gibt die jeweilige Häufigkeit in den Naturräumen des
Landkreises Karlsruhe an, außerdem Nachweise für die jeweiligen Gemarkungen.
Die Gemarkungen sind als dreibuchstabige Symbole
abgekürzt (siehe Abkürzungsliste).
4. Die Schaltfläche Funddaten
führt zu einem weiteren Bildschirm mit den detaillierten Fundangaben:
·
Funddaten im engeren Bruchsaler Raum
·
Weitere bemerkenswerte Funddaten aus dem Landkreis Karlsruhe und den
Nachbargebieten. Aus Platzgründen werden nur wichtige Funddaten aufgezählt, der
Rest ist unter der Schaltfläche "Verbreitung" zu finden.
·
Regionale Funddaten aus der Flora von Baden-Württemberg (nach Quadranten
der Meßtischblätter 1:25 000; außerdem sind wichtige
oder bemerkenswerte Funddaten einzeln aufgezählt).
5. Die Schaltfläche Bestandsentwicklung
gibt Kommentare über den derzeitigen Trend im Landkreis Karlsruhe (vom
Autor aufgrund der Geländeerfahrung und der
vorliegenden Daten abgeschätzt)
6. Die Schaltfläche Verbreitungskarte
führt zu einer detaillierten Verbreitungskarte für den Landkreis Karlsruhe.
In der vorliegenden Version sind allerdings erst rund 30 Verbreitungskarten für
Orchideenarten enthalten (zusammengestellt von Paul Mühl,
Karlsruhe).
Abkürzungsliste
Allgemeine Abkürzungen:
|
+ |
Ausgestorben |
|
(+) |
Verschollen (Wiederfund erscheint möglich) |
|
° |
Unbeständige Vorkommen (Einzelfunde) |
|
* |
Gepflanzt |
|
^ |
Verwildert |
Die Gemarkungen
werden im Feld "Regionale Verbreitung" wie folgt abgekürzt:
|
BdS |
Bad Schönborn |
Kra |
Kraichtal |
|
Bru |
Bruchsal |
Kro |
Kronau |
|
BrA |
Bruchsal (Außengemarkung) |
Kür |
Kürnbach |
|
Bre |
Bretten |
LiH |
Linkenheim-Hochstetten |
|
Det |
Dettenheim |
Mls |
Malsch |
|
EgL |
Eggenstein-Leopoldshafen |
Mxz |
Marxzell |
|
Ett |
Ettlingen |
ObF |
Oberderdingen-Flehingen |
|
For |
Forst |
ObR |
Oberhausen-Rheinhausen |
|
Gon |
Gondelsheim |
Öst |
Östringen |
|
GrN |
Graben-Neudorf |
Pfi |
Pfinztal |
|
Ham |
Hambrücken |
Phi |
Philippsburg |
|
Ka |
Karlsruhe (allgemein) |
Rhe |
Rheinstetten |
|
KaHardt |
Karlsruhe (nördliche Hardt) |
Stu |
Stutensee |
|
KaHüg |
Karlsruhe (Hügelland) |
Sul |
Sulzfeld |
|
KaRands |
Karlsruhe (Randsenke = Kinzig-Murg-Rinne) |
UbW |
Ubstadt-Weiher |
|
KaStadt |
Karlsruhe (Innenstadt) |
Wag |
Waghäusel |
|
KaSüd |
Karlsruhe (südliche Stadtbezirke, z. B. Rüppurr) |
Wgt |
Weingarten |
|
KaTiefg |
Karlsruhe (Tiefgestade und Hafen) |
Wld |
Waldbronn |
|
KNe |
Karlsdorf-Neuthard |
Wlz |
Walzbachtal |
|
Kbd |
Karlsbad |
Zai |
Zaisenhausen |
Die Tradition der botanischen Erforschung des
Landkreises Karlsruhe
Der
Landkreis Karlsruhe ist schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts botanisch
gründlich erforscht. Die erste Flora (Flora Badensis,
Alsatica ...) wurde bereits 1805 bis 1826 von
Christian Gmelin geschrieben!
Sowohl Karlsruhe als auch Freiburg hatten eine lange Tradition der
"Naturalienkabinette", der Vorläufer der heutigen Naturkundemuseen.
Speziell die Karlsruher Fürsten und der Großherzog von Baden förderten diese
Museen nach Kräften.
Gegen
Ende des 19. Jahrhunderts formierten sich dann ganze Zirkel von interessierten
Privatleuten, Insektensammlern und Botanikern, die man als erste Vorläufer der
heutigen Naturschutzbewegung betrachten kann. An vorderste Stelle trat in
Karlsruhe Adolf Kneucker, der
1886 mit seiner Flora von Karlsruhe die zweite umfassende Bearbeitung der
Region schrieb. Kneucker war allerdings noch stark
auf Karlsruhe-Stadt und die wenigen, damals mit dem Zug leicht erreichbaren
Biotope im Umland beschränkt. In der Folge erschienen bis immerhin 1935 (also
über 50 Jahre!) durch Kneucker selber und zahlreiche
andere Autoren seines Karlsruher Kreises viele ergänzende Veröffentlichungen,
so daß man um 1920 das Gebiet als botanisch gut
bekannt bezeichnen konnte. Um diese Zeit gab es auch erste Zeichen eines
organisierten Naturschutzes mit dem Ziel, besonders wertvolle Flächen zu
schützen. Außerdem kamen in den 1930er und 1940er Jahren Untersuchungen über
die reichhaltige Adventivflora der Güterbahnhöfe und
Häfen dazu, unter anderem von Friedrich Jauch.
Der
Pionier der Vegetationskunde in Baden-Württemberg, Erich Oberdorfer, lebte in den 1930er Jahren
als Referendar in Bruchsal und schrieb in dieser Zeit die erste eine
detaillierte, großflächige Vegetationskarte enthaltende Arbeit über das Meßtischblatt 6817 (Bruchsal). Darin befindet sich eine
Fülle von wertvolle Funddaten, die einen historischen
Blick auf die unwiederbringlichen Zustände vor dem 2. Weltkrieg erlauben.
Bis
in die 1980er Jahre folgte eine Zeit, in der der Naturschutzgedanke gegenüber
der wirtschaftlichen Entwicklung weitgehend zurückstehen mußte.
Flurbereinigung, Flächenverbrauch durch Ausbreitung der Siedlungen,
Trockenlegung der Sümpfe und Moore sowie Intensivierung der Land- und
Forstwirtschaft mit dem Ziel der Produktivitätssteigerung machten zahllosen
Arten und riesigen Biotopflächen (vor allem den Wiesen) den Garaus.
Entsprechend gibt es von 1945 bis 1960 nur relativ wenige systematische
Erforschungen.
Erst
Georg Philippi und Adam Hölzer fingen mit einer Serie von
Publikationen ab ca. 1960 wieder an, das Wissen über die Botanik der Region
aufzufrischen. Philippi führte dabei die von Oberdorfer in der Region begonnene Vegetationskunde in
großem Stil in die Literatur über die Region ein und gab eine Reihe von Monographien
über die speziellen Vegetationseinheiten heraus.
Ein
völlig neuer Aspekt kam mit der Gründung der "modernen"
Naturschutzverbände ab Ende der 1970er Jahre dazu. Daten über Flora und Fauna
wurden zur notwendigen Argumentationsgrundlage im Kampf um den Erhalt und die
Pflege der wenigen verbliebenen Biotope.
Die
"Botanische Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland" und eine ganze
Gruppe von Botanikern einer neuen Generation sammelten eine Fülle von neuen Daten.
Besonders aktiv waren (unter vielen anderen) Matthias Ahrens, Thomas Breunig,
Bernd Haisch (†), Anke Henz, Andreas Kleinsteuber, Johannes Niederstrasser,
Annemarie Radkowitsch, Erwin Rennwald, Johannes Schach, Thomas Semmelmann, Peter Thomas
oder Reinhold Treiber. Dazu kamen
ab Mitte der 1980er Jahre als neuartige Datengrundlage zahlreiche Gutachten,
die bei Planungsvorhaben aufgrund der Natur- und Umweltschutzauflagen notwendig
wurden. Leider sind nicht alle Daten daraus zugänglich, erschwert durch unnötige
Restriktionen bei den Naturschutzbehörden.
Das Projekt "Pflanzenwelt des Landkreises
Karlsruhe"
Die
seit 1978 bestehende, 1981 als Verein gegründete Arbeitsgemeinschaft für Natur-
und Umweltschutz Bruchsal (AGNUS) nahm sich zum Ziel, die vorhandenen Daten
über die Flora und Fauna des Bruchsaler Gebiets zusammenzufassen und zu
überprüfen, wieviele Arten noch vorkämen. Diese Daten
sollten als Grundlage eines effektiveren Naturschutzes dienen. 1987 wurde
schließlich die erste Auflage einer "Flora von Bruchsal und Umgebung"
herausgegeben, noch sehr lückenhaft und strikt auf die engere Umgebung von
Bruchsal beschränkt.
Als
Resultat dieser ersten Veröffentlichung gab es immerhin zahlreiche
Nachmeldungen, und die Kenntnis der Arten verbesserte sich. Nach einigen
ergänzten Neuauflagen wurde schließlich 1993 eine völlig neue Überarbeitung der
"Flora und Fauna von Bruchsal und Umgebung" in einem dicken Band von
über 500 Seiten mit vielen tausend registrierten Arten veröffentlicht.
Ab
1993 bekamen die Kartierer und Naturschützer der
AGNUS dann vom Landratsamt Karlsruhe den Auftrag, in vielen Gemeinden des
Landkreises die Kartierung der geschützten "§24a-Biotope"
durchzuführen. Das vorhandene Datenmaterial vervielfachte sich nun und deckte
viele Gebiete außerhalb der eigentlichen Bruchsaler Region hinaus ab
(Philippsburg, Dettenheim, Karlsdorf-Neuthard,
Waghäusel, Hambrücken, Forst, Kraichtal, Östringen, Oberderdingen-Flehingen, teilweise Ubstadt-Weiher, Linkenheim-Hochstetten). Modernere
Computertechniken machten die Erstellung von farbigen Biotopkarten möglich.
Außerdem
erschien von 1990 an mit den "Farn- und Blütenpflanzen von
Baden-Württemberg" (Flora BW) die langersehnte
Gesamtbearbeitung für das Land, die die Kenntnis der Flora mit einem Schlag um
ein Vielfaches voranbrachte, sowohl was die Datenlage als auch die Einteilung
der Arten (Taxonomie) betraf.
Die
meisten der noch aktuell vorkommenden Arten des Gebiets wurden in der
Zwischenzeit von der AGNUS photographiert. Die damals neue Digitalphotographie
ab ca. 2000 machte es schließlich möglich, die Arten mit bisher unerreichter
Qualität abzubilden.
Im
Jahr 2001 wurde daher beschlossen, das Projekt auf eine neue Basis zu stellen
und den gesamten nördlichen Landkreis Karlsruhe einschließlich großer Teile der
Stadt Karlsruhe mit einzuschließen. Als Publikationsmedium kam nur eine CD-ROM
in Frage, denn ein Bildband mit farbigen Photos wäre nicht zu finanzieren
gewesen.
Ab
2004 wurden dann die Daten überarbeitet, mehr Photos dazugefügt und der gesamte
Landkreis Karlsruhe aufgenommen. Der Botanische Garten der Universität
Karlsruhe stellte als Kooperationspartner seine Ressourcen zur Verfügung. Das
Resultat ist die vorliegende Website.
Die Naturräume des Land- und Stadtkreises
Karlsruhe
(Mit
Veränderungen übernommen aus Mühl,
Hassler & Traub (1997): Die Orchideen des Landkreises Karlsruhe)
Land-
und Stadtkreis Karlsruhe sind, gemessen an der sehr hohen Siedlungsdichte, noch
erstaunlich reich an Biotoptypen. Die Feuchtauen des Rhein-Tiefgestades und die
großen Wälder der Hardt mischen sich mosaikförmig zwischen die geschlossenen,
kilometerbreiten Siedlungsbänder rund um Karlsruhe. Viele Kommunen breiteten
sich in den letzten Jahren dramatisch aus, wobei in einigen Fällen (Ettlingen,
Karlsruhe, Oberhausen-Rheinhausen, Karlsdorf-Neuthard,
Waghäusel, aber auch Bruchsal-West) die vorhandene Fläche außerhalb des Walds
fast vollständig der Siedlungsentwicklung oder dem Kiesabbau geopfert wurde und
noch wird.
Dennoch
findet sich im Landkreis mit beständigen Vorkommen von rund 1430 Pflanzenarten
(davon rund 1290 noch aktuell) und weiteren rund 350 gelegentlich
eingeschleppten Arten eine der reichsten Floren Baden-Württembergs, begünstigt
auch durch die Vielfalt an Biotopen mit einem breiten Spektrum an Trockenrasen
und Sanddünen bis zu Auwäldern und Mooren.
Der
Landkreis enthält einige der "Wärmeinseln" von Baden-Württemberg,
insbesondere Kalktrockenrasen. Hier gehört der westliche Kraichgau
zusammen mit Kaiserstuhl, Spitzberg, Taubertal und Hegau zu den artenreichsten Regionen Baden-Württembergs.
Die Sandfluren des nördlichen Landkreises stehen zwar in ihrer Vielfalt
geringfügig hinter den offenen Sandbiotopen des Rhein-Neckar-Kreises zurück,
beherbergen aber trotzdem besonders schützenswerte Raritäten und mit dem NSG
"Frankreich" bei Wiesental die größte noch
erhaltene Sandrasenflur in Nordbaden. Auch die Rheinauen enthalten noch eine
überaus reiche, aber stellenweise schon schwer geschädigte Flora.
Das
Rhein-Tiefgestade
Mit
einer Breite von maximal 5 km erstreckt sich das "Tiefgestade" als
langes Band entlang des Rheins. Hier liegt das eigentliche Rheintal, das der
Rheinstrom während geschichtlicher Zeit durch Mäandrieren aus den pleistozänen Schottern der
Rheinebene herauserodiert hat. Bis zur Rheinkorrektur durch Tulla
im frühen 19. Jhdt. verlegte der Rhein sein Bett
ständig. Alte Rheinarme verlandeten sukzessive, wobei die am weitesten vom
Rhein entfernten Arme am langsamsten aufgefüllt wurden. Hier bildeten sich
ausgedehnte Flachmoore, deren Moorkörper zwar nur wenige Meter dick war,
die aber trotzdem über Jahrtausende ungestört existierten und Heimat einer
reichen Moorflora waren. Auf ihrer Oberfläche bildeten sich saure Moorböden -
ein Refugium für kalkmeidende Moorarten, die wir in
Baden-Württemberg ansonsten nur im Schwarzwald und im Allgäu antreffen, und die
in der Region mit fast durchweg kalkhaltigen Böden sonst nicht vorkommen.
Im
Landkreis befinden oder befanden sich die bedeutendsten Moore am nördlichen
Oberrhein: Waghäusler Bruch, Neudorfer Moor (Grabener Bucht), Gradnausbruch
bei Hochstetten und die Neureuter
Wiesen. Bereits im 18. Jhdt. wurde durch
Trübwässerung mit lößhaltigem, kalkigen und nährstoffreichen Wasser die
Bewirtschaftungsmöglichkeit der Moore verbessert ("Wässerwiesen", D. Hassler et al.
1995) und an vielen Stellen Torf gestochen, bis schließlich nach dem 2.
Weltkrieg Kiesbaggerungen im größten Stil, Aufforstungen und Trockenlegungen
nur noch rudimentäre Flächen übrig ließen. Die eigentlichen Hochmoorarten sind
komplett verschwunden. Bis heute haben praktisch nur Kalkflachmoorarten
überlebt, aber darunter gehören die größten Pflanzenraritäten der Region: die
Schneide Cladium mariscus
ist wohl das berühmteste Beispiel (Görs
1975).
Die
Pfeifengraswiesen und anderen Feuchtwiesen verloren seit dem 2.
Weltkrieg über 80% ihrer einstigen Fläche (Thomas
1993). Die wenigen Restbestände sind größtenteils in Pferdekoppeln umgewandelt,
durch Eutrophierung verändert oder haben sich durch
fehlende Pflege in Schilfbestände oder Grauweidengebüsche fortentwickelt. Auf
der gegenüberliegenden Pfälzer Seite sind zwischen Speyer und Neustadt sowie
bei Offenbach noch etwas größere und bessere Bestände erhalten. Die Pfälzer
Pfeifengraswiesen sind kalkfrei und haben eine deutlich andere Flora, Beispiele
sind die Leitarten Selinum venosum, Trifolium ochroleucon, Oenanthe peucedanifolia oder Gratiola
officinalis. Ein Teil der ehemaligen
Pfeifengraswiesen im Landkreis Karlsruhe, z. B. die Elisabethenwört,
lagen vor der Rheinkorrektur auf Pfälzer Seite und zeigen daher floristische
Beziehungen zur Pfalz.
Ein
ungewöhnlicher Sekundärbiotop entwickelte sich auf der Krone einiger Rheindämme.
Wo der Dammbau zunächst einen massiven Eingriff in die Natur darstellte,
führten extensive Mahd und fehlende Düngungen im Laufe von Jahrzehnten zu einer
überraschend reichen Flora. Viele Arten wanderten von weither ein. Dies darf
aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die
Rheinbegradigung auch nach über 150 Jahren zu einer ständigen, meist negativen
Veränderung der Rheinaue führt. Ob es gelingt, durch die geplanten
"ökologischen Hochwasserrückhaltemaßnahmen" diesen Trend umzukehren,
darf mehr als bezweifelt werden. Erst seit wenigen Jahren werden die Rheindämme
etwas besser im Sinne des Naturschutzes gepflegt.
Entlang
des Rheinstroms selber finden wir zunächst die - meist gemauerte - Uferböschung
des Rheinstroms selber, mit durchaus bemerkenswerter Flora (Persicaria
amphibia ssp. brittingeri, Senecio erraticus, Allium angulosum etc.). Der angrenzende Auwald (Silberweiden-Weichaue)
flußseitig des Hauptdamms ist einigermaßen intakt,
wenngleich durch Auskiesung stark an Fläche reduziert und durch Aufforstung mit
Hybridpappeln verändert. Durch die regelmäßige hohe Überstauung mit Wasser ist
er heute recht eutrophiert und botanisch nicht so
reichhaltig wie die Hartholz- und Weichholzauen auf der Landseite des
Hauptdamms.
Dagegen
bilden die sporadisch austrocknenden Altarme und Schluten
einen hochinteressanten Sonderbiotop mit vielen spezialisierten Arten (Bidens, Limosella, Rumex maritimus und palustris, u. v. a.).
Die
früher artenreichen offenen Flußkiese und Flußschotter des mäandrierenden Rheinstroms
sind dagegen heute weitgehend verschwunden, da sie sich zu selten neu bilden
und zu stark eutrophiert sind. Einige Reliktarten
überleben noch an Altarmen auf der Flußseite des
Hauptdamms sowie auf der gemauerten Uferböschung.
Die
Hardtplatten
In
einem langen Band zwischen Rastatt und Mannheim erstrecken sich pleistozäne, kalkhaltige Flugsande, die von schmalen, etwas
tieferliegenden Bachläufen durchschnitten werden.
Obwohl das Grundwasser teilweise nur wenige Meter unter Flur ansteht, sind
diese Regionen außerordentlich trocken und konnten von Menschen früherer Zeiten
nur dort besiedelt werden, wo in der Nähe eine Bachaue für Wasser, Wiesen und
in der Folge Kuhmist als Dünger für die Sandäcker sorgte. Der zentrale,
trockene Bereich der Hardtplatten ist daher immer noch ein fast
zusammenhängendes, kilometerbreites Waldband nördlich von Karlsruhe: Karlsruher
Hardt, Kammerforst und Lußhardt. Ähnlich sind die
Wälder zwischen Karlsruhe und Rastatt. Der früher eichenreiche, trockene
Laubmischwald (genutzt vor allem als Mittelwald) mit zahlreichen Sandarten
wurde ab dem 18. Jahrhundert großflächig in kieferndominierten Mischwald
umgebaut. Heute geht der Trend zur ebenfalls ökologisch äußerst bedenklichen
amerikanischen Roteiche.
Dazwischen
liegen die Sanddünen, Sandrasen und Sandfluren, verbliebene Reste von
ehemals ausgedehnten eiszeitlichen Dünenfeldern. Ihre Flora ist in
Baden-Württemberg einzigartig. Selbst offene, seit der Eiszeit unbewaldet
gebliebene Sanddünen gibt es noch, vor allem in der Schwetzinger Hardt (Sandhausen)
und bei Brühl.
Die
Sandflora der Hardtplatten ist hochgradig divers: Auf den strukturell intakten
Sanddünen in der Schwetzinger Hardt wachsen noch kalkliebende
Sandarten, oft dieselben wie in den Kalkmagerrasen des Kraichgaus.
Dagegen sind die zwischenzeitlich ackerbaulich genutzten Sandbrachen, die im
nördlichen Landkreis vorherrschen, oberflächlich entkalkt und strukturell
gestört. Hier dominieren einjährige Pflanzenarten und solche, die kalkarme
Bedingungen bevorzugen.
Zahlreiche
Sandarten ziehen sich darüber hinaus an Sekundärstandorte zurück: Bahngelände,
Kiesgruben, Industriebrachen und vor allem Hafengelände (in Karlsruhe und
Mannheim).
Die
Randsenke
Das
im Vergleich zu den Hardtplatten etwas tieferliegende
Landschaftsband am östlichen Rand der Rheinebene wurde früher als "Kinzig-Murg-Rinne" bezeichnet, da man annahm, daß es ursprünglich durch diese beiden Flüsse gebildet
wurde. Heute weiß man, daß die Senke durch immer noch
anhaltende tektonische Senkungsprozesse gebildet wird. Die dem Grabenrand am
nächsten liegende Bruchscholle sinkt etwas schneller als die weiter zentral
gelegene ab. Dadurch entstand eine Rinne, die durch Löß und Schotter, die die
Bäche aus dem Kraichgau und Nordschwarzwald
mitführten, immer wieder aufgefüllt wurde.
Zu
römischer Zeit muß man sich diese Randsenke als
breites, die meiste Zeit überschwemmtes Sumpfland mit vielen kleinen
Wasserläufen vorstellen. Im Frühmittelalter wurde sie unter großen
Anstrengungen der Bewohner trockengelegt, wobei das fehlende Gefälle zum Rhein
hin etliche Kunstbauten und zusätzliche Gräben erzwang ("Wässerwiesen", D. Hassler et al.
1995). Im 19. Jhdt. war hier die bewässerte Wiese die
herausragende Bewirtschaftungsform.
Heute
sind Feuchtwiesen nur noch rudimentär vorhanden und meist durch Schilfröhrichte
ersetzt, vor allem bei Ubstadt und Stettfeld, während die Feuchtwälder sich noch besser
gehalten haben. Der Flachmoorwald des berühmten "Weingartener
Moors" entstand wohl erst recht spät aus einem Sumpfwald.
Zunehmende
Siedlungsdichte vernichtete im 20. Jhdt. viele
Biotope. Trotzdem ist die Randsenke heute noch auf weite Strecken ein
zusammenhängendes Biotopsystem mit vielen überaus artenreichen Biotopen und
Naturschutzgebieten. Im Bereich von Bad Schönborn und Kronau ist sie dagegen
durch Straßenbau und Siedlungsausbreitung fast zerstört.
Die
Jurasenke
Auf
dem Gebiet des Landkreises Karlsruhe liegt rund die Hälfte einer kleinen Fläche
niedriger Hügel am westlichen Kraichgaurand, auf der
noch Juragesteine zu finden sind. An den Hängen der niedrigen, von Bruchzonen
durchzogenen Hügel treten zahlreiche Sickerquellen zutage. Westlich von Mingolsheim und Langenbrücken bis nach Östringen
wurde die Jurasenke traditionell von breiten Wiesenflächen eingenommen, die
teilweise noch bis in unsere Tage erhalten sind und zu den wertvollsten
Wiesenflächen des Landkreises zählen. Die extensive Nutzung und die recht hohe
Feuchtigkeit führte zur Ausbildung von mageren, eher
kalkarmen, artenreichen Wiesen, die botanisch viele Beziehungen zu den
Bergwiesen im Nordschwarzwald aufweisen (Orchis
morio).
Die
Wiesengürtel um Bad Schönborn sind in unseren Tagen vor allem durch die
Flurbereinigung bedroht, in deren Gefolge zahlreiche Wiesenumbruchsmaßnahmen
und Verfüllungen auftraten. Ob die Ausweisung als FFH-Gebiet
diesem Negativtrend einen Riegel vorschieben kann, ist abzuwarten.
Ähnlich
wertvoll sind die frischen bis feuchten Laubwälder in der Jurasenke, die
extensiv genutzt wurden und vor allem für ihre prächtigen Eichenbestände und
Eichen-Hainbuchenwälder berühmt sind.
Der
Kraichgau
Botanisch
wird der westliche Kraichgau vor allem durch einen
breiten Bogen aus Halbtrockenrasen auf Muschelkalk und Keuper geprägt, der im westlichen Enzkreis beginnt, sich
nach Nordwesten über Durlach und Weingarten nach
Bruchsal fortsetzt und dann wieder über Oberöwisheim
und Zeutern zungenförmig in den Kraichgau
hinein bis zur Hügelgruppe des "Eichelbergs" bei Tiefenbach schwenkt.
Früher war dieser Gürtel breiter. Seine heutige Form wird unter anderem durch
die katastrophalen Flurbereinigungen der 60er und 70er Jahre beeinflußt, die einst artenreiche Gemarkungen des
westlichen Kraichgaus wie Heidelsheim,
Helmsheim, Jöhlingen, Menzingen,
Neibsheim, Büchig oder
Bauerbach als öde Agrarwüsten zurückließen.
Die
Muschelkalkzonen im westlichen Teil des Naturraums von Grötzingen bis Bruchsal
zeichnen sich durch höhere Hügel und steilere Hänge zur Rheinebene hin aus,
während das nordöstlich anschließende Keuperland ein
wesentlich sanfteres Profil hat. An den steilen Muschelkalkhängen wurde der Löß
fast vollständig erodiert und machte den darunterliegenden
Gesteinen Platz.
Bereits
im letzten Jahrhundert war der Michaelsberg bei
Bruchsal-Untergrombach als das floristische Zentrum der Trockenrasen im Kraichgau bekannt. Viele Arten kommen hier inselartig vor,
ihre nächsten Vorkommen liegen erst wieder am Kaiserstuhl oder im Tauberland (Aster
linosyris, Linum tenuifolium).
Auch die Gemarkungen Zeutern (Rennweghohle, NSG
"Rotes Kreuz"), Tiefenbach (Apfelberg), Weingarten (Mauerberg) oder
Grötzingen (Knittelberg) sind heute noch artenreiche Komplexe aus
Halbtrockenrasen, Streuobst und warmen Wäldern. Botanisch sind im Kraichgau neben den eigentlichen Halbtrockenrasen auch die Hohlwege
mit einer ganz eigenen Lößflora bemerkenswert ("Hohlwege", R. Wolf & D. Hassler,
Hrsg., 1993).
Rund
um die Halbtrockenrasen erstrecken sich auf den Muschelkalk- und Keuperhügeln ausgesprochen warme Laubwälder und
Waldsäume, am westlichen Kraichgaurand und im
Eichelberg-Massiv bei Tiefenbach sogar Eichenwälder mit Charakterarten der
Steinsamen-Flaumeichenwälder (Blauroter Steinsame, Frühlings-Platterbse,
Schwarze Platterbse). Artenreich können auch die kleinen Quellwälder in
den Bachauen sein. Ein anderer Sonderbiotop hat sich dagegen in den tief
eingeschnittenen, kühlfeuchten Klingen des westlichen Kraichgauer Hügellands herausgebildet, die einigen
submontanen Arten des Nordschwarzwalds ein Refugium bieten (Luzula
sylvatica, Myosotis sylvatica etc.).
Nicht
ganz so warm wie der westliche Kraichgau ist der
östliche Landkreis Karlsruhe um Bretten: ein sanftes Hügelland aus Keuperhügeln, bedeckt mit Lößschichten. Die hohen Erträge
der Böden und leichte Bewirtschaftbarkeit führten zu
intensiver Agrarnutzung, gefolgt von zahlreichen Flurbereinigungen, schließlich
zu einer merklichen Biotoparmut. Dementsprechend verarmt ist auch die Flora
außerhalb der Wälder; Biotope sind manchmal auf wenige Flecken reduziert.
Die
Westhänge des Strombergs
Der
Stromberg mit seinen Bunten Mergeln liegt bereits weitgehend im Enzkreis und im
Landkreis Ludwigsburg; nur wenige Hänge auf den Gemarkungen Kürnbach,
Oberderdingen und Sulzfeld reichen noch in den östlichen Landkreis Karlsruhe.
Die offenen Schotterhänge außerhalb der Weinberge, z. B. im Enzkreis bei Diefenbach, beherbergen seltene Pflanzenarten (Lactuca saligna, Crupina vulgaris etc.) und
zeigen bereits floristische Beziehungen in das Neckar- und Tauberland (Gäulandschaften).
Der
Nordabfall des Schwarzwalds
Der
Landkreis Karlsruhe reicht nicht in die eigentlichen Hochlagen des
Nordschwarzwalds mit kühlfeuchten Bergwäldern und Mooren, die wenige Kilometer südlich
von Herrenalb beginnen (Kaltenbronn, etc.). Daher fehlen viele typische
Schwarzwald-Charakterarten im Landkreis oder reichen nur in wenigen Exemplaren
bis ins Albtal oder Moosalbtal
(Gemarkung Marxzell).
In
den nördlichen Vorhügeln des Schwarzwalds und rund ums Albtal
dominiert der Buntsandstein, die unterste Schicht der Deckgebirge, die das
Grundgebirge des Schwarzwalds überdeckten. Darauf stockt zumeist Wald, wobei
der Buchenwald der Vorbergzone und der niedrigen Lagen bei Ettlingen in den
mittleren und höheren Lagen durch stark forstlich genutzten Nadelmischwald mit
Fichte und Kiefer ersetzt wird. Innerhalb der Buchenwälder gibt es kühlfeuchte
Klingen mit charakteristischen Schwarzwald-Arten (Chrysosplenium
oppositifolium).
Durch
Verwitterung des Sandsteins entstehen tonige, wasserundurchlässige Schichten.
Hier halten sich in den Rodungsinseln auf den Albhöhen auch heute noch magere
Feuchtwiesen, die bei extensiver Nutzung Refugien für viele bedrohte Arten
sind. Besonders schön sind die "Mistwiesen" südlich von Ittersbach oder der im Enzkreis liegende Essigberg bei Diefenbach.
Die
traditionell bewässerten Feuchtwiesen entlang von Moosalb und Alb sind vor
allem im Moosalbtal noch artenreich geblieben und
heute als großflächiges Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Einige
Bemerkungen zur Geologie des Land- und Stadtkreises Karlsruhe
Der
Kraichgau als alte Senkungszone ist geologisch
wesentlich älter als die Rheinebene. Die tiefste Absenkung fand in seinem
Zentrum statt, bevor der Grabenbruch der Rheinebene die Senke zerteilte.
Spätere Erosion führte zu einem "zwiebelschaligen" Erscheinungsbild
des Kraichgaus. Die Schichten im Landkreis fallen ab Durlach nach Norden hin ab, der "tiefste Punkt"
liegt in der Jurasenke bei Mingolsheim:
Der
Muschelkalk tritt von Grötzingen bis Bruchsal zutage, das Band zieht
sich dann in den zentralen Kraichgau in Richtung
Bretten. Durch Störungen kommt bei Gochsheim noch
eine isolierte Muschelkalk-Insel an die Oberfläche, auch in den Vorbergen des
Nordschwarzwalds liegen inselartige Restvorkommen. Der Muschelkalk ist
vergleichsweise hart, daher sind die Randhügel zur Rheinebene hin steil und die
Täler mit steilen Flanken eingeschnitten. Am westlichen Kraichgau
ist der Löß stellenweise vollständig erodiert, das unterliegende Gestein tritt
an die Oberfläche. Hier macht Ackerbau wenig Sinn, es findet sich verbreitet
Weinbau.
Der
Keuper dominiert im nordöstlichen Landkreis.
Unterer und oberer Keuper bilden vergleichsweise
dünne Schichten, während der dreigeteilte Mittlere Keuper
mächtige Sandsteinlagen bildet, die bei Odenheim früher als Grundlage einer
florierenden Steinindustrie dienten. Alle Keuperschichten
sind weicher als der Muschelkalk, die Hügelflanken sind daher wesentlich
sanfter und von Lößschichten bis zu 15 Meter Dicke bedeckt. Wo der Löß dennoch
vollständig erodiert ist und die roten, stark eisenhaltigen Keuper-Verwitterungsböden
an die Oberfläche treten, findet sich ebenfalls Weinbau (so bei Tiefenbach am
Eichelberg-Massiv). Keuperhänge zur Rheinebene hin
(von Bruchsal bis Ubstadt) sind flach und tragen nur
wenige Trockenrasen, dafür ausgedehnte Obstwiesen.
Der
Jura kommt nur von Stettfeld bis Wiesloch in
einer kleinen Zone am westlichen Kraichgaurand vor,
der "Jurasenke" (siehe Kapitel 2). Die Schichten des weichen Gesteins
sind stark erodiert, die Hügel steigen nur sehr sanft von der Rheinebene aus an
und sind von Wiesen, Obstwiesen und feuchten Laubwäldern bedeckt.
Im
Nordschwarzwald und seiner Nordabdachung von Grötzingen an südwärts
dominiert dagegen der unter dem Muschelkalk liegende Buntsandstein mit
kalkarmen, eher sauren Biotopen.
Der
Aufbau der Rheinebene wird weiter oben bereits im Kapitel
"Naturräume" abgehandelt. Hier herrschen kilometerdicke, pleistozäne Sand- und Schotterschichten vor, die den
Grabenbruch der Rheinebene auffüllen. In den letzten Eiszeiten wurde das
feinteiligste Material in den Kraichgau geweht und
dort als Löß abgelagert. In der Rheinebene selbst bildeten sich offene
Sanddünen, die im südlichen Rhein-Neckar-Kreis bis heute Sanddünen-Vegetation
tragen. Die pleistozänen Sande und Dünen der
Rheinebene sind merklich kalkhaltig, während sich auf sekundär abgelagertem Schwemmaterial und im Rhein-Tiefgestade oberflächlich
versauerte Biotope und Flachmoore bilden konnten.
Einige Daten zum Land- und Stadtkreis Karlsruhe
|
|
||
|
Fläche |
1085 km2
(viertgrößter Kreis im Land Baden-Württemberg) |
173.5 km2 |
|
Landwirtschaftliche Fläche und Gartenland |
524 km2 (48.5%) |
51 km2 (28.6%) |
|
Wald |
364 km2 (33.5%) |
45 km2 (26.1%) |
|
Siedlungs- und Verkehrsfläche |
164 km2 (15%) |
41 km2 (23.9%) |
|
Einwohner |
403.462 |
276.621 |
|
Höhenlage |
96 m (Oberhausen)
bis 611 m (Mahlberg bei Völkersbach) |
100 m (am Rhein)
bis 323 m (bei Stupferich) |
|
Mittlere Jahrestemperatur |
11.2°C |
|
|
Jährlicher Niederschlag |
911 mm |
|
|
Sonnenscheindauer |
1727 Stunden |
|
Land-
und Stadtkreis Karlsruhe gehören zu den wärmsten Lagen in Baden-Württemberg und
stehen in der Durchschnittstemperatur nur knapp hinter dem Stadtkreis Mannheim
und dem westlichen Landkreis Heidelberg zurück.
Die
prozentuale Biotopfläche von kartieren Sonderbiotopen (z. B. Wiesen,
Trockenrasen, Streuobst u. a.) ist unter den flächenhaften Landkreisen
Baden-Württembergs am höchsten, trotz der hohen Siedlungsdichte (Höll & Breunig, Hrsg., 1995). Die
gesamte Biotopfläche (inklusive Wald) ist dagegen vergleichsweise niedrig.
Eine kleine Statistik der Landkreis-Flora
In
ganz Baden-Württemberg kommen laut der "Florenliste
Baden-Württemberg" 3579 Taxa vor. Davon sind:
2194
heimisch
394
Neophyten
862
Adventivarten (unbeständig eingeschleppt)
128
kultiviert
Die
Anzahl der heimischen Taxa wird allerdings stark
durch viele Kleinarten in den Gattungen Rubus,
Taraxacum und Hieracium
vergrößert.
Im
Land- und Stadtkreis Karlsruhe kommen oder kamen 1795 Taxa
vor (39 in der Datenbank gelistete Arten gibt es nur in den direkt
anschließenden Nachbarregionen).
Die
genauere Statistik zeigt:
1288 heimische Taxa, von diesen sind:
511 Nicht gefährdet
181 Schonungsbedürftig
100 Potentiell gefährdet (Art der Vorwarnliste)
89 Gefährdet
101 Stark gefährdet
76 Vom Aussterben bedroht
147 Ausgestorben oder verschollen
26 Seltene Randart
57 Status unklar
145
Etablierte Neophyten
176 Adventivarten (unbeständig eingeschleppt)
173
Gelegentlich verwilderte Garten-, Park-, Kulturpflanzen
13
Hybriden
Die
folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Artenbestand der verschiedenen
Gemarkungen. Wegen der teilweise unvollständigen Kartierungen sind die Zahlen
aber noch mit großen Ungenauigkeiten behaftet.
Die
Artenzahlen hängen von verschiedenen Faktoren ab:
· Diversität der Naturräume
· Größe der Gemarkung
· Erhaltungszustand der Biotope
· Stand der Kartierung
|
Gemarkung |
Heimische Taxa (aktuelle Vorkommen) |
Heimische Taxa
(ausgestorben oder verschollen) |
Etablierte Neophyten |
Unbeständige Vorkommen (Adventivarten) |
Unbeständig verwilderte Garten- und
Kulturarten |
|
Bad Schönborn |
552 |
13 |
39 |
19 |
13 |
|
Bretten |
540 |
20 |
39 |
23 |
13 |
|
Bruchsal |
762 |
128 |
59 |
90 |
28 |
|
Bruchsal (Außengemarkung) |
419 |
12 |
23 |
4 |
7 |
|
Dettenheim |
631 |
43 |
42 |
15 |
14 |
|
Eggenstein-Leopoldshafen |
516 |
63 |
38 |
16 |
16 |
|
Ettlingen |
594 |
96 |
59 |
33 |
19 |
|
Forst |
376 |
34 |
30 |
17 |
11 |
|
Gondelsheim |
271 |
26 |
18 |
8 |
4 |
|
Graben-Neudorf |
596 |
80 |
47 |
22 |
13 |
|
Hambrücken |
428 |
7 |
26 |
2 |
9 |
|
Karlsbad |
447 |
13 |
26 |
5 |
4 |
|
Karlsdorf-Neuthard |
431 |
14 |
40 |
8 |
10 |
|
Karlsruhe (Hügelland) |
426 |
79 |
32 |
29 |
15 |
|
Karlsruhe (Innenstadt) |
368 |
22 |
61 |
85 |
14 |
|
Karlsruhe (nördliche Hardt) |
507 |
41 |
52 |
23 |
14 |
|
Karlsruhe (Randsenke = Kinzig-Murg-Rinne) |
403 |
38 |
42 |
16 |
11 |
|
Karlsruhe (südliche Stadtbezirke, z. B. Rüppurr) |
537 |
58 |
59 |
81 |
17 |
|
Karlsruhe (Tiefgestade und Hafen) |
660 |
108 |
69 |
96 |
16 |
|
Kraichtal |
665 |
14 |
46 |
37 |
20 |
|
Kronau |
337 |
16 |
36 |
4 |
6 |
|
Kürnbach |
448 |
15 |
17 |
8 |
10 |
|
Linkenheim-Hochstetten |
574 |
54 |
37 |
9 |
11 |
|
Malsch |
542 |
13 |
37 |
11 |
13 |
|
Marxzell |
376 |
10 |
23 |
9 |
2 |
|
Oberderdingen-Flehingen |
563 |
14 |
29 |
21 |
16 |
|
Oberhausen-Rheinhausen |
474 |
98 |
30 |
7 |
12 |
|
Östringen |
611 |
17 |
42 |
19 |
17 |
|
Pfinztal |
472 |
24 |
23 |
7 |
9 |
|
Philippsburg |
667 |
55 |
51 |
21 |
16 |
|
Rheinstetten |
623 |
64 |
53 |
22 |
17 |
|
Stutensee |
577 |
23 |
50 |
22 |
15 |
|
Sulzfeld |
179 (unterkartiert) |
3 |
10 |
2 |
5 |
|
Ubstadt-Weiher |
645 |
22 |
40 |
24 |
16 |
|
Waghäusel |
534 |
54 |
50 |
24 |
16 |
|
Waldbronn |
335 |
0 |
21 |
0 |
3 |
|
Walzbachtal |
485 |
23 |
25 |
12 |
11 |
|
Weingarten |
679 |
70 |
42 |
26 |
14 |
|
Zaisenhausen |
304 |
3 |
17 |
1 |
6 |
Die
Gemarkung Bruchsal mit vielen Naturräumen, einer erheblichen Größe, teilweise gutem
Erhaltungszustand und sehr guter Datenlage zeigt nicht überraschend die höchste
Artenzahl (aber auch die meisten ausgestorbenen Arten wegen der zahlreichen
Altdaten), während die kleine, stark flurbereinigte Gemarkung Gondelsheim, die ausschließlich im Naturraum Kraichgauer Hügelland liegt, den letzten Platz einnimmt
(Sulzfeld ist unterkartiert).
Karlsruhe
mit Hafen und Bahnhof hat die höchste Anzahl von unbeständigen Einschleppungen.
Die vielen ausgestorbenen Arten auf der Gemarkung Oberhausen-Rheinhausen zeigen
den einstigen Artenreichtum des Waghäusler Moors.
Außerdem
zeigt sich, daß ein "Grundstock" von rund
300-400 häufigen Arten im Gebiet weit verbreitet ist und diese sich auch in
intensiv genutzten Gebieten mit wenigen Sonderbiotopen halten können.
Verwendete Nomenklatur
Die
verwendete Nomenklatur richtet sich möglichst weitgehend nach der Florenliste
von Baden-Württemberg und der Roten
Liste von Baden-Württemberg (Landesanstalt für
Umweltschutz Baden-Württemberg 1998). In der Zwischenzeit haben sich bei
einigen Arten erneut taxonomische Änderungen ergeben,
die eingearbeitet wurden. Wesentliche Quellen hierfür sind die Standardliste
der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (Wisskirchen
& Haeupler 1998) und die Kommentare in der Roten Liste für
Baden-Württemberg.
Gegenüber
den gebräuchlichen Bestimmungswerken gibt es daher auch bei den lateinischen
Namen einige Abweichungen, so daß im Zweifelsfall die
gelisteten Synonyme zu Rate zu ziehen sind. Deutsche Namen sind dagegen
notorisch veränderlich und unzuverlässig. Auch hier hat die Florenliste
von Baden-Württemberg eine Standardisierung
versucht, der hier gefolgt wird.
In
der Zukunft wird außerdem die traditionelle Familieneinteilung an einigen Stellen
dramatische Veränderungen erfahren müssen, speziell im Bereich der früheren Scrophulariaceae (Braunwurzgewächse). Um die Kompatibilität
mit den Standardwerken so groß wie möglich zu halten, haben wir darauf
verzichtet, diesen Änderungen jetzt schon zu folgen. Interessierte können sich
auf der Angiosperm Phylogeny Website des Missouri Botanical Gardens
informieren, die mittlerweile als weltweite Referenz für die Großsystematik gelten
kann.
Einige Fachbegriffe
Der
Verfasser hat versucht, in der Datenbank mit möglichst wenigen botanischen
Fachbegriffen auszukommen, um die Handhabung zu erleichtern. Einige wenige
Fachbegriffe waren trotzdem unvermeidlich.
Zur
Erklärung der jeweiligen botanischen Spezialausdrücke in der Rubrik
"Bestimmungstipps" müssen wir auf die Fachliteratur verweisen. Auch
hier haben wir versucht, die Verwendung auf ein Minimum zu reduzieren.
|
adventiv |
Kommt nur unbeständig und sporadisch vor,
z. B. eingeschleppt |
|
Aggregat (agg.) |
Gruppe (Sammelart) von sehr nah verwandten Kleinarten bzw. Formen, meistens nur schwierig auseinanderzuhalten |
|
Diasporenbank |
Samenbank im Boden, in dem die Samen oft für
viele Jahren überliegen können, um dann nach einer Bodenstörung zu keimen |
|
Eutrophierung |
Hoher Nährstoffgehalt der Böden (oft durch
Überdüngung verursacht) |
|
Kleinart |
Art, die zu einer Gruppe (Aggregat) von sehr nah verwandten Arten gehört. Kleinarten
sind oft schwer zu unterscheiden, und ihre artliche
Eigenständigkeit ist manchmal umstritten. |
|
Neophyt |
Neubürger, gehört nicht zur ursprünglichen Flora der Region, sondern stammt aus anderen Regionen und ist nach dem 19. Jahrhundert eingewandert. |
|
nitrophil |
stickstoffliebend, wächst bevorzugt in nährstoffhaltigen Biotopen |
|
Randart |
Das Vorkommen liegt am äußersten Rand des
geschlossenen Verbreitungsgebiets. Die Art ist daher sehr selten, ohne daß dadurch auf eine spezielle Gefährdung geschlossen
werden kann. Beispiele in der Region sind Arten des Hochschwarzwaldes, die
bei Herrenalb wenige Kilometer in den Landkreis vordringen können oder in die
Rheinebene abgeschwemmt werden können, oder "Stromberg"-Arten
im äußersten östlichen Landkreis. |
|
Ruderalen |
Sammelbegriff für Brachland (offene Böden)
aller Art: von Ackerbrachen über Wegraine bis zu Industriebrachen, Häfen und
Bahngelände |
|
s. lat. |
sensu lato (im weiteren
Sinn), d. h. die Art wird hier als Sammelart unter Einschluß
von einer oder mehreren Kleinarten betrachtet. |
|
ssp. (subsp., subspecies) |
Unterart |
|
synanthrop (bzw. anthropogen) |
Tritt im Gefolge menschlicher Aktivität
oder Besiedlung auf |
Die wichtigste Basisliteratur
Die
Literatursammlung zur
Naturkunde des Landkreises Karlsruhe (M. Hassler & G. Sand) schließt die
gesamte den Autoren bekannte Literatur bis zum Jahr 2003 ein.
Im folgenden werden nur die wichtigsten Referenzwerke
aufgelistet:
Breunig, T. & Demuth, S.
(1999): Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württemberg (3., neu
bearbeitete Fassung, Stand 15.4.1999). - Naturschutz-Praxis, Artenschutz 2. Aktuelle
Fassung
Buttler, K. P., Harms, K. H.
et al. (1998): Florenliste von Baden-Württemberg. Liste der Farn- und
Samenpflanzen (Pteridophyta et Spermatophyta).
- Naturschutz-Praxis, Artenschutz 1. Aktuelle
Fassung
Haeupler, H. & Muer, T.
(2000): Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. - 759 S., 3900
Farbphotos. Stuttgart (Ulmer).
Jäger, E. & Werner, K.
(Hrsg., 1999): Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland. - Band 3:
Gefäßpflanzen: Atlasband. 10. Aufl., 752 S. Heidelberg (Spektrum Akademischer
Verlag).
Jäger, E. & Werner, K.
(Hrsg., 2001): Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland. - Band 4:
Gefäßpflanzen: Kritischer Band. 9. Aufl., 960 S. Heidelberg (Spektrum
Akademischer Verlag).
Jäger, E. & Werner, K.
(Hrsg., 2002): Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland. - Band 2:
Gefäßpflanzen: Grundband. 18. Auflage. 640 S. Heidelberg (Spektrum Akademischer
Verlag).
Korneck, D. Schnittler, M. & Vollmer, I. (1996): Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen (Pteridophyta
et Spermatophyta Deutschlands. - Schriftenreihe für
Vegetationskunde 28, S. 21-187. Aktuelle Fassung.
Oberdorfer, E. et al. (2001):
Pflanzensoziologische Exkursionsflora. - 8. Aufl., 1051 S. Stuttgart (Ulmer).
Pott, R. (1996): Biotoptypen.
Schützenswerte Lebensräume Deutschlands und angrenzender Regionen. 448 S., 872
Farbphotos. Stuttgart (Ulmer).
Sebald, O., Seybold, S., Philippi, G. & Wörz, A. (Hrsg., 1990-1998): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band
1-8. Stuttgart (Ulmer). [In der Datenbank als "Flora BW" bezeichnet.]
Wisskirchen, R. & Haeupler, H.
(1998): Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. - 765 S.
Stuttgart (Ulmer).
Danksagung
Diese
Flora wäre ohne die Mithilfe zahlreicher Personen nicht zustandegekommen.
Viele Spezialisten, Pflanzenkundler oder Naturschützer lieferten in den letzten
25 Jahren eine große Menge an Daten und Tipps für Fundorte.
Besonderer
Dank geht an Bernd Haisch (†)
(Stutensee), Jürgen Alberti (Bad
Schönborn) und Heiko Himmler (Kandel). Sie unterstützten in selbstloser Weise den Autor
über viele Jahre, besorgten umfangreiche Listen von Daten und Fundmeldungen und
gaben zahlreiche Tipps für "Photo-Standorte". Andreas Kleinsteuber
(Karlsruhe) steuerte etliche Bilder und Fundmeldungen bei. Der Autor wurde auf
zahllosen gemeinsamen Exkursionen von Joachim Rheinheimer
(Ludwigshafen) begleitet, der ebenfalls etliche Photos zur Verfügung stellte.
Ohne die Beiträge dieser Mitarbeiter wäre die Datenbank nicht möglich gewesen.
Ein
besonderer Dank geht außerdem an Bernd Schmitt
(Waldbronn) für die Programmierung der CD und der Datenbank.
Mithilfe
in Form von Daten oder Photos kam weiterhin (in alphabetischer Aufzählung) von
Armin Butterer (Bruchsal-Obergrombach), Berthold Emmerich (Östringen), Peter Garbe (Bruchsal), Hermann Geyer (Dettenheim),
Dieter
Hassler
(Kraichtal), Erwin Holzer (Bad
Schönborn), Charlotte Hornberger
(Maulbronn), Norbert Leist
(Bad Schönborn), Paul Mühl
(Karlsruhe), Andreas Ness
(Heidelberg) und dem Büro Weisser & Ness, Annemarie Radkowitsch
(Pforzheim) und Gerhard Sand
(Waghäusel), um nur einige besonders wichtige Helfer zu nennen.
Einige
Bildautoren, außer den oben genannten noch Thomas Brune, Gisela König,
Peter Wolff, Carl Luer (Sarasota)
und Alexander
Mrkvicka
(Wien) gaben uns die freundliche Erlaubnis, einige Photographien für die CD und
Datenbank zu verwenden.
Zahlreiche
weitere Botaniker steuerten über die letzten 30 Jahre der Kartierung
Einzelfunde bei oder gaben die Erlaubnis, ihre Gutachten oder Arbeiten
auszuwerten. Ihnen allen sei hiermit gedankt. Der Autor bedankt sich außerdem
bei den vielen Naturschützern, Naturschutzbehörden, Umweltämtern der Gemeinden
und sonstigen Unterstützern im Landkreis, sowie beim Botanischen Garten der
Universität Karlsruhe und seinem engagierten Personal.
Bemerkungen zur verwendeten Phototechnik
Die
Bilder des Hauptautors wurden fast ausschließlich digital photographiert. Dabei
kamen Kameras von Sony (DSC F 828, F 717 oder S 75) sowie für die
Makroaufnahmen Canon D 30 oder D 10 mit 100-mm-Makroobjektiv zum Einsatz.
Relativ
wenige Aufnahmen lagen nur als "klassisches" Analog-Diamaterial
(35-mm-Kleinbild) vor und mußten gescannt werden.
Die
Aufnahmen wurden leicht nachbearbeitet, meist aufgehellt, und in der Größe auf Internet-fähiges Format reduziert, um eine maximale
Bildgröße zu erreichen, ohne daß das File unnötig
groß wird. Bei der JPG-Kompressionsrate mußten Kompromisse eingegangen werden. Bei sehr großen
Bildschirmen oder Auflösungen sind daher schwach sichtbare
Kompressionsartefakte möglich.
Ein
besonderes Problem in der Digitalphotographie stellt die Einstellung der Farben
auf Normwerte dar. Digitalkameras sind sehr empfindlich bezüglich des
Weißabgleichs und tendieren immer noch merklich zur Verfälschung von Farben.
Außerdem sind die Computerbildschirme der Nutzer außerordentlich unterschiedlich
eingestellt. Es kann daher sein, daß der eine oder
andere Nutzer die Farben der Bilder als "künstlich" empfindet. Eine
möglichst helle Einstellung des Bildschirms mit hohen Kontrastwerten und
Tageslicht-Farbtemperatur ist von Vorteil.
Aufruf zur Mitarbeit
Der Autor und
die Naturschutzverbände rufen zur weiteren Mitarbeit und zur Meldung von
Pflanzenfunden auf. Besonders wertvoll sind Neufunde seltener oder gefährdeter
Arten, aber auch die Mitteilung daß eine Population
seltener Arten bedroht ist (Baumaßnahmen, Umbruch, Nutzung).