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Auxin - Strukturformel

Zyklus der
Tabakzellkultur




Synchronisierung der Zellteilung durch Auxin

Auxin verändert die Organisation von Actin.

Auxintransport beim Gravitropismus: Eine Koleoptile gibt in
basaler Richtung Auxin ab, das sich in kleinen Blöcken aus Agar
auffangen und messen läßt. Solange die Koleoptile aufrecht steht
(rechts), wird in beiden Agarblöckchen gleich viel Auxin
aufgefangen. Wird die Koleoptile gekippt, so kommt im unte-ren
Blöckchen doppelt so viel Auxin an wie oben. Dies wurde zuerst von
Cholodny (Universität Kazan, Russ-land) vorhergesagt und dann
wenige Jahre später von Dolk experimentell bestätigt.
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Auxin - ein
schillerndes Molekül
Auxin ist vielleicht eines der berühmtesten Moleküle in der
Pflanzenbiologie. Fast kein Schritt im Leben einer
Pflanze, bei dem Auxin nicht seine Finger im Spiel hätte. Dabei
ist dieses Molekül außerordentlich einfach. Wie kann ein so
einfaches Signal so komplexe und verschiedene Dinge steuern? In
einem Jahrhundert Auxinforschung hat man versucht, dieses Molekül
zu verstehen - dabei sind mehr neue Fragen aufgeworfen als alte
beantwortet worden. Es gibt kaum einen Aspekt der Auxinforschung,
der unbestritten wäre. Ein spannendes Feld also, das gerade auch
zur Zeit wieder sehr in Bewegung geraten ist.
Was uns an Auxin interessiert
Pflanzen müssen sehr flexibel auf die
Umwelt reagieren. Dennoch sind sie in der Lage, ihre Organe und Zellen
miteinander zu koordinieren. Diesen Vorgang nennt man Musterbildung und Auxin
scheint hier als Koordinator eine wichtige Rolle zu spielen. So konnte vor
kurzem gezeigt werden, dass die Phyllotaxis, also die geordnete Anordnung von Blättern
und Blütenorganen, durch eine Konkurrenz der Primordien um freies Auxin geordnet
wird.
Das gleiche gilt für das Muster von Blattvenen, das bei keinem Blatt
gleich ist wie bei einem andern, aber dennoch immer "typisch" aussieht. Auxin wird gerichtet transportiert, und
dieser Auxintransport bestimmt letztlich das "oben" und "unten" einer Pflanze
und damit auch die Musterbildung.
Die
Wirklichkeit ist jedoch noch komplizierter - auf ein- und dasselbe
Signal kann eine Zelle sehr stark, eine andere nur schwach oder
überhaupt nicht reagieren (sogenannte Kompetenz). Diese
Auxinkompetenz ist keine Naturkonstante, sondern wird abhängig
von Entwicklung, Gewebe und Umwelt flexibel gesteuert.
Musterbildung und Auxintransport
Da es sehr
schwierig ist, die Entstehung von Blattvenen an echten Blättern zu
untersuchen, arbeiten wir mit Tabakzellkulturen, die man in
Flüssigkultur halten kann. Diese Kulturen stammen von den Zellen
ab, die Blattvenen bilden können. Das entscheidende Signal ist
Auxin, das durch diese Zellen hindurchtransportiert wird.
Diese
Zellkulturen sind in der Lage, sich nach Zugabe von Auxin zu
teilen und Fäden aus etwa 4-10 Einzelzellen zu bilden. Die
Teilungen der einzelnen Zellen erfolgen nicht zufällig, sondern
sind aufeinander abgestimmt. Wir konnten zeigen, dass diese
Abstimmung über Auxin erfolgt. Eine Zelle, die sich teilt,
signalisiert dies ihrer Nachbarin und diese "beeilt" sich dann,
ebenfalls mit der Teilung zu beginnen.
Man hat
also einen Einfachst-Vielzeller vor sich, an dem man studieren
kann, wie sich einzelne Zellen in einem Organismus zu einem Ganzen
zusammenfügen - eine Grundfrage der Entwicklungsbiologie. An
diesen Zellen lassen sich die zellulären und molekularen Elemente
dieser Fähigkeit besser untersuchen als in einem "echten" Blatt.
Mehr
dazu...
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Vortragsfolien zu unseren Arbeiten über Musterbildung beim
Biologentag in Karlsruhe (29.09.2006) im
pdf-Format
-
Publikation, wo unser "Blatt-im-Glas"-System beschrieben ist
Campanoni
et al. 2003
Musterbildung und Auxinkompetenz
Ein
klassisches Beispiel für Musterbildung durch Auxintransport ist
der sogenannte Tropismus. Dabei krümmen sich Pflanzenorgane auf
einen seitlichen Lichtreiz zu (Phototropismus) oder richten sich
auf, wenn sie aus der Senkrechte abgelenkt werden (Gravitropismus).
Schon zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts wurde diese Krümmung
auf einen Wuchsstoff zurückgeführt, der von der einen zur anderen
Seite des tropistisch gereizten Organs transportiert werde. Diese
Idee wurde unabhängig voneinander von zwei Forschern (Cholodny in
Rußland und Went in den Niederlanden) formuliert und führte wenige
Jahre später zur Entdeckung des Auxins. Wir haben nun diese
altehrwürdige Cholodny-Went-Theorie noch einmal näher angeschaut
und gefragt, was geschieht, wenn man gravitropisch gereizte
Reiskoleoptilen mit Auxin überschwemmt. Wir erwarteten gemäß der
Cholodny-Went-Theorie, daß diese Koleoptilen nicht mehr in der
Lage sein sollten, auf den Schwerereiz mit einer Aufkrümmung zu
reagieren. Zu unserer Überraschung tun sie es dennoch und dies
sogar sehr schnell. Bei näherer Untersuchung konnten wir dann
zeigen, dass durch die Schwerkraft eine unterschiedliche
Auxinkompetenz auf Ober- und Unterseite des gereizten Organs
hervorgerufen wird. Auf der Oberseite wird die Auxinkompetenz
stark vermindert, auf der Unterseite stark erhöht. Selbst wenn
oben und unten gleich viel Auxin vorhanden ist (wie bei unseren
Überschwemmungsexperimenten), werden die Zellen auf der Oberseite
weniger wachsen als auf der Unterseite. Die gravitropische Reizung
ruft also ein Kompetenzmuster hervor. Es ist noch völlig unklar,
wie das geschieht, aber wir haben herausgefunden, dass das
Pflanzenhormon Jasmonsäure hier eine wichtige Rolle zu spielen
scheint.
Mehr
dazu...
-
Publikation, wo gezeigt wird, dass beim Gravitropismus ein Muster
der Auxinkompetenz entsteht, das mit Jasmonsäure zusammenhängt (Gutjahr
et al. 2005)
© 2007 Peter Nick, Botanisches Institut 1, alle
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Letzte Änderung Freitag, 12. Januar 2007 |