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Ein sogenannter Phragmo-plast (eine
Mikrotubuli-struktur, die für die pflanz-liche Zellteilung wichtig
ist), über Antikörper sichtbar ge-macht, die mit fluores-zierenden
Nanopartikeln ge-koppelt waren. Damit konnten wir zeigen, dass es
möglich ist, Nanopartikel so an Proteine (die Antikörper) zu
koppeln, daß diese ihre Funktion beibehalten (Bild Kai
Eggenberger).

Goldpartikel, die mit fluoreszierenden
Nanoparti-keln beschichtet sind. Mit einer sogenannten
Partikel-kanone werden sie mit Druckluft in lebende
Pflan-zenzellen hineingeschos-sen (Bild Kai Eggenberger).

Bildung von Mikrotubuli aus
nanopartikel-gekoppeltem Tubulin (Bild Peter Nick).

Nutzung einer aus Mikro-tubuli und dem
Mikrotubuli-motor Kinesin aufgebauten Nanomaschine, um Vesikel mit
fluoreszentem Inhalt an eine bestimmte Stelle trans-portieren und
dort über einen Lichtblitz entladen zu kön-nen. An der
Verwirklichung dieser Idee wird derzeit im Rahmen des CFN-Projekts
E3 gearbeitet.
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Nanobiologie - was ist das?
Mikrobiologie kennt jeder - es geht um sehr
kleine Lebewesen wie Bakterien oder Pilze, die man nur noch mithilfe
eines Mikroskops beobachten kann. Aber selbst das kleinste Bakterium ist
riesig im Vergleich zu einzelnen Atomen oder Molekülen. In diesem
Zwischenbereich zwischen Molekül und Zelle tummelt sich die Nanobiologie
(nanos,
nanos - griechisch für Zwerg).
Ist das also nur ein anderes Wort für Molekularbiologie
- Gene, Proteine und Co? Also für das, was die moderne Biologie ohnehin
schon dominiert?
Nein - es ist etwas anderes damit gemeint. Das
Nano bezieht sich weniger auf die Zellen oder deren Bestandteile,
sondern auf die Werkzeuge, mit denen diese Zellen manipuliert werden.
Viele Materialien zeigen im Größenbereich von wenigen Nanometern neue
und oft überraschende Eigenschaften. Beispielsweise sind manche Nanoteilchen magnetisch, andere fluoreszieren sehr starke und sehr
präzise. Diese Eigenschaften gilt es für die Biologie zu nutzen.
Andererseits kann man aber auch die Biologie nutzen, um neue Werkzeuge
zu schaffen, mit denen man im Nanomaßstab hantieren kann.
Nanobiologie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft.
Sie zwingt Biologen dazu, mit Chemikern, Physikern, Materialforschern
und Ingenieuren zusammenzuarbeiten und stellt daher höchste
Anforderungen an die Vorstellungskraft aller Beteiligten.
Woran arbeiten wir?
Woran arbeiten wir?
Das klingt alles sehr visionär, fast ein wenig nach
Science Fiction und das ist es ein Stück weit auch. Um dies
umzusetzen, sind viele praktische Probleme zu lösen, echte Pionierarbeit
also:
Biokonjugation
- wie macht man Nanopartikel biologisch nutzbar?
Die Nanoteilchen mit ihren spannenden Eigenschaften
müssen erst einmal so verändert werden, daß man sie unter biologischen
Bedingungen überhaupt einsetzen kann. Diese sogenannte Biokonjugation
ist die Voraussetzung für jede Art von biologischer Anwendung.
Biopermeabilisierung
- wie bekommt man Nanopartikel in Zellen hinein?
Hat man es geschafft, die Nanoteilchen erst einmal an
biologische Moleküle von Interesse zu koppeln, kommt der zweite, viel
schwierigere Schritt: Wie bekommt man diese Nanoteilchen in die Zelle
hinein? Wir versuchen, diese Nanoteilchen mithilfe von Überdruck in die
Zellen hineinzuschießen oder mit winzig kleinen Nadeln hineinzuspritzen.
Das geht zwar, ist aber sehr, sehr mühsam und die Ausbeute ist gering.
Daher verfolgen wir einen zweiten Weg, wo mithilfe von Peptiden kleine
Poren in die Zellmembran eingefügt werden, um so die Nanoteilchen
einzuschleusen. Nach getaner Tat werden diese Poren wieder entfernt, so
daß sich die Zelle wieder erholen kann.
Biomaschinen
- wie kann man Nanopartikel nutzen?
Aber es gibt auch Fragestellungen, für die man nicht
unbedingt ins Innere einer lebenden Zelle eindringen muß. Man kann
Nanopartikel mit Bestandteilen der Zelle auf der Oberfläche von kleinen
Glasplättchen zu kleinen Maschinen zusammenbauen, um so gezielt kleinste
Mengen einer Fracht an eine ganz bestimmte Stelle zu transportieren.
Hierzu verwendet man sogenannte molekulare Motoren, das sind Moleküle,
die sich unter Energieverbrauch fortbewegen und eine Fracht mit sich
führen können. Hierzu braucht man natürlich "Straßen", die diese
Bewegung lenken. In einem soeben im Rahmen der Exzellenzinitiative
bewilligten Projekt wollen wir sogenannte Kinesinmotoren entlang von
Mikrotubuli-"Straßen" fahren lassen. Um diese Straßen in einer
bestimmten Richtung bauen zu können, wollen wir die Bausteine der
Mikrotubuline, die Tubuline, an magnetische Nanopartikel koppeln und die
daraus erzeugten Mikrotubuli mithilfe eines Magnetfelds ausrichten. Das
mutet auf den ersten Blick sehr nach wissenschaftlichem Spiel, es geht
aber tatsächlich auch um Anwendungen. Ein Problem bei der
Miniaturisierung von technischen Maschinen sind die Grenzen der
sogenannten Mikrofluidik: wenn man es mit Flüssigkeiten zu tun hat (z.B.
mit teuren und daher sehr sparsam verwendeten Diagnostika) kommt man
relativ bald in Bereiche, wo sich die Flüssigkeiten aufgrund der
Oberflächenspannung und der Kapillarkräfte nicht mehr mischen und
bewegen lassen. Würde man die Flüssigkeit in ein Bläschen (ein
sogenanntes Vesikel) packen und als Fracht mit molekularen Motoren an
die Zielstelle bringen, könnte man kleine "Laboratorien" bauen, die
beispielsweise für die medizinische Diagnostik interessant sind. Mit
einem kleinen Tropfen Blut könnte man dann an Ort und Stelle
(beispielsweise bei einem Unfallsopfer) schnell prüfen, ob es Allergien,
Medikamentenunverträglichkeiten usw. gibt, die man beachten muß. Solche
lab-on-the-chip Anwendungen werden in den nächsten Jahren immer
wichtiger werden, können aber momentan bedingt durch die Grenzen der
Mikrofluidik bestimmte Größengrenzen nicht unterschreiten.
Wer arbeitet hier mit?
Kai Eggenberger (Doktorand)
Aleksandra Jovanovic (Doktorandin)
Jan Maisch (Doktorand)
© 2006 Peter Nick, Botanisches Institut 1, alle
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Letzte Änderung Samstag, 16. Dezember 2006 |