Was ist zu sehen? Das
Assimilationsparenchym sind die Zellen unterhalb der äußersten Zellschicht. Die
Zellen enthalten die grün gefärbten Chloroplasten. Zellkern und andere
Organellen sind oft nur schwer erkennbar, mit zugezogener Kondensorblende werden
manchmal die Zellkerne sichtbar.
Anmerkung: Die Blattrinde der Aloë enthält
Anthrachinonderivate (stark wirkendes Laxans), so dass nur das Blattinnere (sogenanntes
Aloë-vera-Gel) verwendet wird (für Lebensmittel und Kosmetika).
2.
Stärkespeichernde Parenchyme -
Präparat Weizenkorn
Endosperm des Weizenkorns (Triticum
aestivum - Poaceae).
Radialschnitt, Detailzeichnung.
Was ist zu sehen? Mehr
oder weniger runde Zellen mit relativ dünnen Zellwänden, die
stärkespeichernde Plastiden (Amyloplasten) enthalten. Im
Dunkelfeld oder im Fluoreszenzmikroskop leuchten die
Stärkekörner oft prächtig auf. Im Hellfeld kann man bei
geschlossener Kondensorblende oft die Schichtung erkennen.
Weizenkleber (Weizengluten): Protein-, Lipid- und
Kohlenhydratgemisch, das im Mehlkörper die Stärkekörner umgibt
und für die plastischen und elastischen Eigenschaften des
Weizenteigs verantwortlich ist. Einige Menschen haben eine
Unverträglichkeit gegenüber Weizengluten und reagieren mit einer
Schleimhautatrophie im Dünndarm (sogenannte Zöliakie).
Nach Anfärbung mit Lugolscher Lösung färben sich die
Amyloplasten blau, die Zellen der Aleuronschicht bräunlich.
Der Embryo sitzt am Rande der Frucht (Karyopse) und steht mit
einem fuss-artig vergrößertem Organ, dem Scutellum, mit dem
Mehlkörper, in Verbindung. Von hier aus wird bei der Keimung
Gibberellinsäure ins Endosperm abgegeben, die in den Zellen des
Aleurons die Bildung von Amylase auslöst. Die Amylase spaltet
die Stärke (Amylose) in Disaccharide (Maltose, "Malz"), das
löslich ist und vom Scutellum aufgenommen werden kann. Das
Scutellum entspricht dem einzigen Keimblatt der Süßgräser (die
zu den Einkeimblättrigen gehören).
Stärke ist das Reservekohlenhydrat der Pflanzen und
besteht aus Amylose (10-30 %) und Amylopektin
(70-90 %). Amylopectin ist eine Amylose, die zusätzlich
a-1,6-glycosidisch
verzweigt ist, sich nicht in Wasser löst und aufquillt
("Kleister"). Mit Lugolscher Lösung färbt sie sich rotviolett
und nicht dunkelblau wie die Amylose. Im klebrigen Endosperm von
japanischem Reis ist der Gehalt von Amylopektin viel höher als
im nicht klebrigen Endosperm von Langkornreis. Dies ist das
Resultat langjähriger Züchtung - können Sie sich denken, was der
Zweck ist?
3
.
Lipidspeicherung - Präparat Haselnuss
Speicherlipide und Aleuronkörner in
parenchymatischen Zellen aus den Speicherkeimblättern des
Haselnuss-Samens (Corylus avellana –
Betulaceae). Detailzeichnung.
Was ist zu
sehen? Die Haselnuss besteht im Wesentlichen aus den
beiden großen Speicherkeimblättern, zwischen denen ganz klein die übrigen Teile
des eigentlichen Embryo zu sehen sind. Gespeichert wird hier also im Innern des
Embryo (im Gegensatz zur Endosperm-Speicherung, wo ausserhalb des Embryo
gespeichert wird). Im mikroskopischen Präparat fallen vor allem die zahlreichen
und großen Lipidtröpfchen auf.
4. Proteinspeicherung - Präparat
Bohne
Speicherkeimblätter einer typischen Leguminose (Phaseolus
vulgaris –
Fabaceae). Übersichtszeichnung .
Was ist zu
sehen? Wie bei der Haselnuss auch ist das Innere des
Bohnensamens weitgehend durch die beiden Speicherkeimblätter ausgefüllt. Wenn
man diese auftrennt, kann man dazwischen ganz klein die übrigen Teile des Embryo
erkennen - unterhalb der Keimblätter das Hypokotyl und die Radicula, die zumeist
ineinander übergehen. Oberhalb der Keimblätter das verkürzte Epikotyl mit der
Plumula, dem Apikalmeristem und den ersten noch nicht entfalteten
Primärblättern.
Zur
Nachbereitung
Strasburger: Lehrbuch der Botanik
(34. Auflage) Dritter Abschnitt, S. 104-109
Lüttge / Kluge / Bauer: Botanik,
Kapitel 8 (Wiley Verlag)
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