Chromoplastenhaltiges Parenchym aus dem Fruchtfleisch (Mesokarp und Endokarp)
der roten Paprika (Capsium annuum – Solanaceae).
Querschnitt, Detailzeichnung.
Was ist zu
sehen? Chromoplasten sind
umgewandelte Chloroplasten, bei denen die Chlorophyllbildung zugunsten der
Bildung von Carotinoiden unterdrückt ist. Chromoplasten sind daher zumeist gelb
oder orange gefärbt. Sie sind für die Farbe von vielen Blüten und Früchten, z.B.
Tomaten, Paprika, aber auch Karotten, verantwortlich. Aber Achtung: es gibt auch
andere Substanzen, die Rotfärbung erzeugen können, die sogenannten Anthocyane -
die sind jedoch wasserlöslich (hydrophil) und werden in den Vacuolen
gespeichert. Carotinoide sind dagegen fettlöslich (lipophil) und sammeln sich in
den Membranen der Chromoplasten. Einfacher Beweis: die rote Farbe von Tomaten-
oder Karottensuppe sammelt sich immer in den Fettaugen (warum?)
2. Drüsenhaare und Drüsenschuppen
Untere Epidermis eines
Pfefferminzblatts (Mentha x piperita – Lamiaceae). Flächenschnitt,
Detailzeichnung von Drüsenhaaren und Drüsenschuppen.
Was ist zu sehen? Die
Drüsenhaare bestehen aus einem mehrzelligen Stiel, der ein mit Sekret gefülltes
Köpfchen trägt. Bei Verletzung des Blatts (z.B. durch ein fressendes Insekt)
wird der Inhalt des Köpfchens entlassen. Die Drüsenhaare haben also die
Funktion, das Blatt zu schützen.
3
.
Citrusöl
Präparat 3:
Lysigener
Ölbehälter aus der Fruchtwand (Albedoschicht) der Apfelsine (Citrus sinensis
– Rutaceae). Längs- oder Querschnitt, Übersichtszeichnung.
Was ist zu sehen? In der Albedoschicht sieht man die
Ölbehälter, die durch Auflösung mehrerer Zellen entstanden sind, also lysigen.
Das Öl hat also keine Passage durch eine Plasmamembran erfahren, sondern bleibt
im Zellinnern, während sich die gesamte Zelle in einem kontrollierten Prozess (sogenannter
Programmierter Zelltod, die pflanzliche Version der sogenannten Apoptose)
auflöst.Bei Verletzung der Schale wird das Citrusöl freigesetzt und entfaltet
seinen charakteristischen Duft. Die wichtigste Komponente dabei ist
das Monoterpen Citronellal, das aus der Schale von
Citrusfrüchten durch Kaltpressung gewonnen werden kann. Dabei werden einfach die
Ölbehälter durch den Druck geöffnet, so dass das Öl entweicht und dann durch
einfache Sedimentation vom Presskuchen getrennt werden kann. Die biologische
Funktion des Citrusöls ist natürlich nicht, den Menschen mit Duft zu erfreuen,
sondern die Abwehr von Schädlingen. Man hat mithilfe von Gentechnik die Synthese
von Citronellal unterdrückt und dann festgestellt, dass diese Zitronen viel
stärker befallen wurden.
Zur
Nachbereitung
Strasburger: Lehrbuch der Botanik
(34. Auflage) Dritter Abschnitt, S. 104-109, 140-142
Lüttge / Kluge / Bauer: Botanik,
Kapitel 8 (Wiley Verlag)
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2010