|
Abiogenese - Urzeugung, Erklärung
der Entstehung von Leben aus Unbelebtem.
Actin - Teil des
Cytoskeletts, bildet spiralige Fäden, an denen Myosinmotoren
entlangwandern, Baustein der Muskeln
adaptive Radiation - schnelle
Artbildung durch Besiedlung verschiedener ökologischer Nischen in
einem neuen Lebensraum
aktiver Transport -
Transport eines Moleküls über eine Membran entgegen
dem chemischen Gradienten unter Aufwand von Energie
Allel - Variante eines
Gens, z.B. bei einer Mutation entsteht aus dem Wildtyp- ein
Mutanten-Allel
amphipathisch - Moleküle, die
hydrophobe und hydrophile Bereiche vereinigen (z.B. Membranlipide)
Anticodon - komplementäre Sequenz
aus drei Nucleotiden auf der tRNS, das sich mit dem Codon auf der
mRNS paart.
Aquaporine -
Carrier für Wasser, erhöhen die Wasserpermeabilität
von Membranen für schnelle Transportreaktionen
Archaeen - drittes Reich
der Lebewesen neben Pro- und Eukaryoten. Die Archaeen kommen in
Extremstandorten vor und entsprechen wohl den ältesten Lebensformen.
Atmungskette - Komplex aus
Membranproteinen in der inneren Mitochondrienmembran, wo bei der
Atmung ein Protonengradient entsteht, der dann die ATP-Synthase
treibt.
ATP-Synthase - eines der
wichtigsten Proteine dieser Erde, das an der inneren
Mitochondrienmembran oder der Thylakoidmembran sitzt und einen
elektrischen Gradienten (aus Protonen) dazu benutzt, das
energiereiche ATP herzustellen, mit dem zahlreiche
energieverbrauchende Reaktionen des Lebens angetrieben werden.
Biofilmtheorie - Theorie, dass
Leben an katalytische wirksamen Oberflächen von Pyriten entstand
(alternativ zur Ursuppentheorie von Oparin und Haldane)
Carrier - Membranproteine, die
den Durchfluss von Molekülen ermöglichen, die sonst nicht
hindurchgelangen würden
Chitin - Baustoff der Zellwand
von Pilzen und Insekten, Polymer, das aus Acetyl-Glucosamin besteht
Chlorophyll -
Blattgrün, Pflanzenfarbstoff, besteht aus einem
hydrophilen Porphyrinring, wo die Lichtreaktion der Photosynthese
stattfindet und einem hydrophoben Phytolschwanz, mit dem der
Farbstoff an der Thylakoidmembran verankert ist.
Chromatin - verpackte DNS im
Zellkern, zum Ablesen (Transkription) muss sie ausgepackt werden,
Name von chromos = Farbe, da man Chromatin histochemisch anfärben
kann.
Codon
- "Wort" auf der mRNS aus drei Nucleotid"buchstaben", das eine
Aminosäure "bedeutet"
Cristae - Einstülpungen
der inneren Mitochondrienmembran, wo die ATP-Synthase sitzt.
Cyclin - Protein, das in einem
Komplex mit einer Kinase den Zellzyklus weiterführt. Nach dem
Zellzyklusschritt wird es abgebaut, um eine Dauerteilung zu
verhindern.
degenerierter Code - 20
Aminosäuren sind 64 mögliche Basentripletts zugeordnet, jedes
Triplett entspricht eindeutig einer Aminosäure, aber eine Aminosäure
kann von mehreren Tripletts kodiert sein.
Destruenten -
in Ökosystemen Organismen, die von den
Überresten anderer Organismen leben.
Deuterostomier - Gruppe
der Metazoa, wo der Urmund zum After wird, der Mund entsteht
sekundär als Durchbruch gegenüber. Die "Wirbeltiere"
differentielle Genexpression -
Modell der Entwicklung, wonach alle Zellen zwar denselben Satz an
Genen erhalten, aber unterschiedliche Teile davon aktivieren.
Ektoderm - Außenschicht des
Metazoen-Keims, dazu zählen Haut, Nervengewebe, Magen. Gegensatz
Endoderm und Mesoderm
Endoplasmatisches Reticulum -
Membransystem, das das Innere
eukaryotischer Zellen durchzieht. Stapel des ER bilden die
Kernhülle, vom ER knospen Vesikel ab, die Stoffe zum Golgi-Apparat
bringen, von wo sie weiter transportiert werden
Endosomen - Vesikel, die
durch Einstülpung an der Zellmembran entstehen und Dinge in die
Zelle aufnehmen.
Endosymbiontentheorie -
auf Mereschkowskij und Margulis zurückgehende Theorie, dass
Mitochondrien und Plastiden durch Endosymbiose von freilebenden
Prokaryoten entstanden sind, dies erklärt die eigene (prokaryotische)
DNS dieser Organellen, ihre eigenen (prokaryotischen) Ribosomen und
ihre doppelte Membran.
Endproduktrepression - Fall der
Gensteuerung, bei dem ein Operon durch das (gebildete) Endprodukt
abgeschaltet wird. Beispiel: Tryptophan-Synthese
Epigenese - Modell der
Entwicklung, wo die Gestalt des Organismus erst durch
Wechselwirkungen der Teile des Embryo entsteht.
Eukaryoten - Organismen, bei
denen die DNS in einem Zellkern vom Cytoplasma getrennt ist: Pilze,
Pflanzen und Tiere
Fluid-Mosaic Model
von Singer und Nicholson beschreibt die
Membran als flüssige Matrix, worin Proteine mosaikartig eingebettet
sind.
G0-Phase - zeitweise oder stabile
Unterbrechung des Zellzyklus (G steht für gap), wenn eine Zelle sich
differenziert (Nervenzellen sind in G0)
Generation - Folge von >1 Mitose
zwischen Meiose und Befruchtung
genetic drift - zufällige
Einflüsse auf die genetische Zusammensetzung einer Population, die
nichts mit fitness zu tun haben. Spielt vor allem bei kleinen
Populationen eine Rolle.
Glucose - Baustein von Stärke und
Cellulose, kann durch Wasserabspaltung verknüpft werden. Wenn die
OH-Gruppe dabei nach unten zeigt, entsteht eine
a-Verknüpfung
(die Zuckerreste sind gleich orientiert, es entsteht eine Spirale:
Amylose), wenn sie nach oben zeigt, entsteht eine
b-Verknüpfung
(jeder zweite Zuckerrest ist gedreht, es entsteht eine gestreckte
Konfiguration, Cellulose).
Glycocalyx -
"Zuckerkelch", die zuckerhaltige Außenschicht tierischer Zellen
(entsteht durch Glycolipide und Glycoproteine)
Golgi-Apparat - dynamisches
Organell aus Membranstapeln, wo Proteine, die vom ER kommen,
prozessiert werden
Gruppenselektion - Selektion
einer Gruppe von Individuen aufgrund einer Eigenschaft, die alle
Individuen besitzen (z.B. Schwarmbildung)
Heterochronie
- zeitliche Verschiebung von Entwicklungsvorgängen, führt zu
Veränderungen des Bauplans
Heterocyste -
stickstoff-fixierende Zelle der Cyanobacterien ("Blaualgen"), die
keine Photosynthese betreibt und von den Nachbarn mit Assimilaten
versorgt werden muss.
Histone - Proteine, die an die
DNS binden und sie zu Knäueln (Nucleosomen) "verpacken"
Hybridisierung - Paarung
spiegelbildlicher DNS- oder RNS-Abschnitte zu stabilen
Doppelsträngen
Intron -
nicht-kodierende Abschnitte der DNS, die in die
kodierende Sequenz eingefügt sind und vor der Translation durch
Spleissen herausgeschnitten werden. Diese Stücke steuern dann das
Ablesen weiterer Gene, sind also eine Art Sprache für die
gegenseitige Kommunikation der Gene.
K-Strategie - ökologische
Strategie von Organismen, die auf nachhaltige Nutzung der Resourcen
bei langsamer Vermehrung abzielt
Kern-Plasma-Relation -
Schwellenwert von Plasma pro DNS, bei dessen Überschreiten eine
Zellteilung eingeleitet wird.
Kompartiment - durch eine Membran
umschlossener Reaktionsraum im Innern einer Zelle
Konsumenten - in der Ökologie die
Organismen, die durch Fressen anderer Organismen ihre Energie
gewinnen
Kopplung - wenn die Allele zweier
Merkmale gemeinsam vererbt werden, spricht man von genetischer
Kopplung. Deutung: die Gene für die beiden Merkmale liegen auf einem
Chromosom.
Kormus - Grundbauplan
aller höheren Landpflanzen (Farne und Samenpflanzen) aus
stabförmigen Elementen (Telomen), die aus Leitgewebe, Parenchym und
Epidermis bestehen
Kulturelle Evolution -
Artentwicklung, die nicht auf genetischer Vererbung beruht, sondern
auf Tradition. Für den Menschen wichtiger als biologische Evolution.
Lipid Raft - "Fettflösschen",
Bereiche der Membran mit einem hohen Gehalt an gesättigten
Fettsäuren (daher verdickt), wo zahlreiche Signalmoleküle (z.B.
Rezeptoren) versammelt sind.
Meiose - Sonderform der
Mitose, wobei in der ersten Prophase Stücke von mütterlichen und
väterlichen Chromosomen ausgetauscht werden und in der zweiten
Teilung durch Ausfallen der DNS-Synthese die DNS-Menge halbiert
wird. Kernstück der Sexualität
Mikrotubuli - rohrförmige
Polymere aus Tubulin, an denen Kinesin und Dynein-Motoren
entlanglaufen, Grundlage der Geißelbewegung
Miller-Experiment -
Experimentelle Simulation der Situation auf der Urerde, dabei
entstanden aus einfachen Molekülen komplexe Biomoleküle wie
Aminosäuren, Nucleotide und Zucker
Mimikry - Nachahmung von
Organismen durch andere Organismen zum Zwecke der Tarnung
Mitochondrien - Zellorganellen,
in denen die Atmung stattfindet, entstanden aus freilebenden
Bakterien und haben daher eigene DNS und Ribosomen
Mitose - Teilung des Zellkerns,
in der Regel mit einer Teilung der ganzen Zelle (Cytokinese)
verbunden.
Modularisierung - Bauplan aller
Lebewesen aus Elementen, die wiederholt und abgewandelt werden (Telome
der Pflanzen, Segmente der Tiere, Gliedmaßen)
Musterbildung - bei der
Entwicklung die Herausbildung einer geordneten Anordung von
Elementen
Mutation - zufällige Veränderung
der DNS-Sequenz, führt zumeist zu einer veränderten Abfolge der
Aminosäuren im davon kodierten Protein
Nische - der "Beruf" eines
Organismus in einem Ökosystem, also die Überlebensstrategie, die
verfolgt wird.
ökologische Potenz - Bandbreite
eines Organismus, die aufgrund seiner Physiologie und der Konkurrenz
mit anderen Arten möglich ist.
Operon - Einheit aus
mehreren Genen, die gemeinsam für eine Funktion notwendig sind und
durch denselben Promotor gesteuert werden.
Osmose -
Volumenänderungen von membranumschlossenen Räumen
(Zellen), weil Wasser durch die Membran kann, Salze oder Zucker aber
nicht.
Parazoa -
Schein-Vielzeller, Kolonien aus Einzelzellen, die nicht wirklich ein
Ganzes bilden (z.B. Schwämme)
PCR - Polymerase Ketten (chain)
Reaktion. Wichtiges Verfahren der Molekularbiologie, bei dem
bestimmte DNS-Stücke mithilfe von hybridisierenden kurzen
Erkennungssequenzen (Oligonucleotidprimern) vervielfacht werden. Man
benutzt dazu hitzestabile Polymerasen, die das DNS-Stück zwischen
den Erkennungssequenzen verdoppeln. Danach wird die gebildete DNS
neu aufgeschmolzen und der Schritt wiederholt.
Phloëm
- sprich Phlo-em, Leitelement der Kormophyten, das Assimilate
von den Blättern zu den Verbrauchsorganen bringt.
Phospholipide - Bausteine der
Membran, bestehen aus einem Glycerolrest, wo zwei OH-Gruppen mit
Fettsäuren, die dritte OH-Gruppe über eine Phosphatgruppe mit einem
weiteren Molekül verestert ist.
Photosysteme - Komplexe aus
Chlorophyll, Proteinen und Antennenpigmenten (Carotinoiden) in der
Thylakoidmembran, wo die Lichtreaktionen der Photosynthese
stattfindet. Viele Chlorophylle sind zu Lichtsammelkomplexen
vereinigt, wobei nach Anregung ein Strom ans Reaktionszentrum des
Photosystems fließt und von dort die weiteren Membranvorgänge
gestartet werden.
physiologische Potenz -
Bandbreite eines Organismus, die aufgrund seiner Physiologie möglich
ist
Plasmodesmen -
plasmatische Verbindung pflanzlicher Zelle, mikroskopische sichtbar
als "Tüpfel".
Plasmolyse - Sonderfall der
Osmose, wobei Zellen in einem hypertonischen Medium (Zucker- oder
Salzlösung) Wasser verlieren und schrumpfen
Plastiden -
semiautonome Organellen pflanzlicher Zellen mit eigener DNS und
eigenen Ribosomen, die für die Photosynthese (Chloroplasten)
verantwortlich sind, aber auch noch andere Stoffwechselwege (Carotinoidsynthese,
Stärkebildung) beherbergen. Diese anderen Stoffwechselwege können
gewebsabhängig hochgeregelt sein, wodurch Chromoplasten und
Amyloplasten entstehen. Die Plastiden leiten sich von
prokaryotischen Cyanobakterien ab.
Polarität - eine "Richtung" von
Faktoren, die Entwicklung steuern
Präformation - Modell der
Entwicklung, wo die Gestalt des Organismus schon vorgeformt im Ei
vorliegt
Produzenten - in ökologischen
Systemen die Organismen, die photosynthetisch Energie binden
Prokaryoten - Organismen, bei
denen die DNS frei vorliegt, haben also keinen Zellkern - Bakterien
und Cyanobakterien
Protostomier - Tiergruppe,
bei der der Urmund der Gastrula zum Mund wird - die "Wirbellosen"
r-Strategie - ökologische
Strategie von Organismen, die auf schnelle Vermehrung und
Überdauerung abzielt
Replikation - Verdopplung der DNS
Restriktionsenzyme - Werkzeug der
Molekularbiologie, Enzyme, die DNS gezielt an bestimmten
Erkennungsstellen schneiden
Rhinogradentier - in der
Karlsruher Biologie entdeckte Organismengruppe, die über adaptive
Radiation ein pazifisches Archipel besiedelte, leider ausgestorben.
Ribosom - Organell, an dem im
Cytoplasma die Translation stattfindet, besteht aus Protein und rRNS
RNS-Welt - Hypothese, dass vor
der DNS-Protein Welt von heute Lebensformen mit RNS als Erb- und
Enyzmsubstanz vorherrschten. Die RNS-Natur von rRNS, mRNS und tRNS
gilt als wichtiger Beleg für dieses Modell.
Semipermeabilität -
Halbdurchlässigkeit von Membranen, Wasser und kleine apolare
Moleküle gelangen hindurch, große Moleküle und Ionen nicht
sexuelle Selektion - Auswahl des
Geschlechtspartners durch das andere Geschlecht aufgrund von
besonderen Merkmalen, die etwas über die fitness aussagen und zu
einem sexuellen Dimorphismus führen.
Soma - bei der Entwicklung
entstehende Zell-Linien, die nicht an der Fortpflanzung teilnehmen
und daher sterblich sind.
Spaltungsregel - auch 2.
Mendelgesetz: bei der Selbstung von Heterozygoten (Aa) spaltet sich
die Nachkommenschaft nach 1:2:1 in AA, Aa und aa auf.
Speziation - Artbildung,
zumeist allopatrisch (nach geographischer Auftrennung einer
Population)
Substrataktivierung - Fall der
Gensteuerung, bei dem ein Operon durch den (umzusetzenden)
Ausgangsstoff angeschaltet wird. Beispiel: Lactose-Abbau
synaptonemaler Komplex -
molekularer Reißverschluss, der mütterliche und väterliche
Chromosomen passgenau nebeneinander legt - Voraussetzung für die
Meiose
Telom - Baumodul aller
höheren Landpflanzen (Kormophyten) bestehend aus Leitbündel,
Parenchym und Epidermis
Thylakoidmembran - innere Membran
des Chloroplasten, zu Stapeln (Grana) aufgeschichtet. Hier findet
die Lichtreaktion der Photosynthese statt.
Transkription - Ablesen der mRNS
von der DNS (passiert im Zellkern)
Translation - Übersetzen der mRNS
in Protein (passiert im Cytoplasma an den Ribosomen)
Turgor - Wanddruck der
Pflanzenzellen, entsteht durch Osmose, wodurch sich die Zelle
ausdehnt und auf die Wand einen Druck ausübt, der das Wachstum
antreibt.
Uniformitätsregel - auch 1.
Mendelgesetz: bei der Kreuzung zweier homozygoter Eltern (AA mit aa)
entstehen einheitliche Nachkommen (Aa)
Variation - die genetische
Unterschiedlichkeit von Individuen einer Population, Voraussetzung
für die Evolution
Vektoren - ringförmige DNS-Stücke
von Bakterien, auf denen einzelne Gene für bestimmte Eigenschaften
weitergegeben werden können. Diese wurden für molekularbiologische
Zwecke umgebaut, um Gene von Interesse vervielfältigen und auf
andere Organismen übertragen zu können.
Xylem - Wasserleitungsgewebe der
Kormophyten, verholzt, transportiert Wasser und Mineralien von der
Wurzel nach oben

© 2011 Peter Nick, Botanisches Institut 1, alle
Rechte vorbehalten Ihre Meinung zu unserem Webauftritt ist uns wichtig -
schreiben Sie uns -
Letzte Änderung, Samstag, 17. Dezember 2011 |