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Folien der Vorlesung (Peter Nick)
zum Thema
Fluoreszenzmikroskopie (über Passwort geschützt)
Ein Internettutorium der
Universität Wien zur Mikroskopie mit einem einfachen und gut
lesbaren
Kapitel zum Thema Fluoreszenz
Ein
Youtube-Film,
wo Immunofluoreszenz und auch Doppelimmunofluoreszenz erklärt
werden (Amerikanisch)
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Immunfluoreszenz - eine Schlüsseltechnik der molekularen
Zellbiologie |
Die moderne Biologie ist stark durch
die Fortschritte der Molekularbiologie geprägt worden. Für
zahlreiche Organismen wurden inzwischen die gesamten Genome
entschlüsselt und damit das gesamte Repertoir von Proteinen
aufgeklärt. Freilich kennt man nur für einen Teil dieser Proteine
ihre biologische Rolle. Für viele Proteine weiss man nicht, "wofür
sie gut sind", für andere wurde aufgrund von Sequenzhomologien zu
Proteinen aus anderen Organismen eine mögliche Funktion
zugeordnet, aber oft ist diese Zuordnung (Annotierung) falsch oder
gar unsinnig.
Um die Funktion eines Proteins
erschliessen zu können, werden in der Regel drei Wege beschritten:
1. Man schaltet das Protein aus (sogenannter
loss-of-function Ansatz) und untersucht, welche Funktion
des Organismus dann gestört ist.
2. Man führt eine Überexpression des
Proteins herbei (sogenannter gain-of-function Ansatz) und
sucht nach veränderten Funktionen.
3. Man untersucht, wo das Protein im
Organismus oder in der einzelnen Zelle vorkommt und schliesst
darauf auf seine Funktion.
Der dritte Ansatz beruht auf der
Verbindung von Mikroskopie und molekularem Nachweis. Zellbiologie
wurde über Jahrzehnte als strukturelle Wissenschaft verstanden -
man untersuchte Form, Aufbau und Dynamik von Geweben oder Zellen. Darüberhinaus gibt es jedoch auch die
Möglichkeit, Aufschluß über die molekulare Natur des Präparats zu
erhalten. In der klassischen Zellbiologie bedient man sich dazu der spezifischen
Anfärbung bestimmter Zellbestandteile – beispielsweise lassen sich
Zellkerne mit Giemsa oder Methylenblau sichtbar machen, oder die
Vakuole mit Neutralrot. Durch den Einsatz von Antikörpern wurde es
nun möglich, im Grunde jedes beliebige Biomolekül, spezifisch
nachzuweisen (Immunocytochemie).
Damit wurde es möglich, ganz gezielt
ein bestimmtes
Protein innerhalb der Zelle zu markieren. Der Antikörper muß dann nur
noch in irgendeiner Weise sichtbar gemacht werden. Seit Beginn der
80er Jahre verwendet man dazu immer häufiger fluoreszierende
Substanzen (sogenannte Fluorochrome), die an Antikörper gekoppelt
werden können. Diese Methode wird daher Immunfluoreszenz genannt.
Seit ihren Anfängen vor knapp drei Jahrzehnten hat sich die
Immunfluoreszenz neben den Fluoreszenten Proteinen (FP) zu einer der
Schlüsseltechnologien der modernen Zellbiologie, aber auch der
medizinischen Diagnostik gemausert. Im Gegensatz zur
FP-Technologie müssen für die Immunfluoreszenz keine genetischen
Transformationen durchgeführt werden, die untersuchte Zelle muss
also nicht zuvor gentechnisch manipuliert werden. Für viele
Organismen, die molekulargenetisch nicht zugänglich sind, ist
Immunfluoreszenz daher nach wie vor die einzige Möglichkeit, die
Lokalisation eines bestimmten Proteins zu bestimmen.
© 2011 Peter Nick,
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Sie uns - Letzte Änderung, Freitag, 01. April 2011
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