|
Studienplan
Bachelor
Übersicht
Klausurtermine WS 2008-2009
1. Semester
2. Semester
3. Semester
4. Semester
5. Semester
6. Semester: hier gibt es keine
Stundenpläne, das Modul 0008B findet als Block zwischen 5. und
6. Semester statt, das Modul 0011C als einwöchiger Block im selben
Zeitraum, das Modul 0009 als Block im 6. Semester
|
|
| Molekulare
Zellbiologie der Pflanzen (AG Nick) |
Anhand einer konkreten Fragestellung aus laufenden
Forschungs-Projekten wird in die Denk- und Arbeitsweise der
molekularen Zellbiologie der Pflanzen eingeführt. Es soll das im
Rahmen des Seminars (Modul 0004C) entwickelte Versuchskonzept
praktisch umgesetzt werden.
Fragestellung: Licht ins Dunkle
der Actin-Tubulin Interaktion
Actinfilamente und Mikrotubuli müssen
miteinander wechselwirken. Dies leuchtet ein, aber über die Art
dieses Zusammenwirkens weiss man sehr wenig. Außerdem sind in
Pflanzenzellen manche Aufgaben von Actin und Mikrotubuli anders
zugeordnet als in den intensiver untersuchten tierischen Zellen.
Die Mikrotubuli sind während der Interphase in parallelen Bündeln
organisiert, deren Ausrichtung für die Achse des Zellwachstums
wichtig sind. Die Richtung der Mikrotubuli kann sich abhängig
von Umweltsignalen (z.B. dem Pflanzenhormon Auxin oder Licht)
verändern. Auch bei der Zellteilung kommt es immer wieder zu dramatischen
Richtungsänderungen, die für den Aufbau der mitotischen Strukturen
wichtig sind. Diese Richtungsänderungen werden nicht durch eine
"Drehung" bewirkt, sondern durch Abbau "falsch"
orientierter und Aufbau "richtig" orientierter Mikrotubuli.
Wer gibt diese Richtung vor? Möglicherweise die Actinfilamente.
Eine spannende, neue Entwicklung in
diesem Feld sind Berichte aus tierischen Zellen, dass Proteine,
die an das wachsende Plusende von Mikrotubuli binden mit
Actinbindeproteinen komplexieren. Das bedeutet also, dass
Actinfilamente direkt auf die Mikrotubuli-Stabilität einwirken
können.
Es muss also Proteine geben, die sowohl
an Actin als auch an Mikrotubuli binden und diese möglicherweise
gegeneinander verschieben können. Wir haben ein solches Protein
isolieren können, ein unkonventionelles Kinesin, OsKCH1 (Os steht
für Oryza sativa L., also Reis). Dieses Kinesin besitzt
eine Actinbindedomäne und es wandert vermutlich zum Minuspol der
Mikrotubuli (verhält sich also eher wie ein Dynein). Da diese
Kinesingruppe nur bei Pflanzen vorkommt, ist sie auch evolutionsbiologisch
interessant. Der Phänotyp von Reismutanten, bei denen OsKCH1
durch Insertion des Retrotransposons Tos17 inaktiviert ist,
deuten auf eine Rolle bei der Zellteilung hin. Zellteilung in
Reispflanzen zellbiologisch zu untersuchen, ist sehr schwierig.
Das Eine Tabakzell-Linie, bei der OsKCH1 als Fusion mit GFP
überexprimiert wurde, zeigt dementsprechend eine verzögerte
Zellteilung. Problem bei diesen Untersuchungen ist jedoch, dass
man hier ein heterologes System hat (Reisgen in Tabakzelle).
Inzwischen konnte das Tabakhomolog
von OsKCH1, also NtKCH1 (Nt steht für Nicotiana tabacum
L, also Tabak), kloniert werden. Damit ist nun der Weg frei für
die Untersuchung im homologen System (Tabakgen in Tabakzelle).
Im Rahmen des Schnupperpraktikums geht es nun um die Frage, was
die mögliche von NtKCH1 sein könnte.
Welche Werkzeuge stehen zur
Verfügung?
Tabaklinien
-
Transgene Tabak-BY-2 Linien, bei
denen verschiedene Elemente des Zellskeletts über fluoreszente Proteine markiert sind (Actinfilamente,
Actinbindeproteine, Mikrotubuli, Mikrotubuli-Plusenden,
OsKCH1)
-
Transgene Tabak-BY-2 Linien, bei
denen Actinfilamente durch Überexpression von
Bündelungsproteinen stabilisiert sind. Durch Zugabe von
natürlichem Auxin (Indolyl-3-Essigsäure) kann man diese
Bündelung wieder aufheben.
Konstrukte
-
Verschiedene Konstrukte von OsKCH1
(volle Länge, nur Kinesin-Motordomäne, nur Actinbindedomäne)
in Fusion mit fluoreszenten Reportern in einem GATEWAY-Vektor.
-
Den Mikrotubuli-Plusendmarker
EB1 in Fusion mit fluoreszenten Reportern, den man dazu benutzen
kann, das Wachstum von Mikrotubuli-Polen sichtbar zu machen.
-
Den Transkriptionsfaktor CPRF2
in Fusion mit CFP, den man also Indikator für eine erfolgte
Transformation einer Zielzelle benutzen kann (bei transformierten
Zellen leuchtet dann der Zellkern auf).
-
RNai-Vektoren für NtKCH1 für
transiente Transformation (Biolistik)
Spezielle Geräteausstattung
-
Konfokales Laser-Raster-Mikroskop
und Apotom
-
Partikelkanone für transiente
Transformation
-
Infrastruktur für pflanzliche
Zellkultur
Hintergrundinformation
Ein Übersichtsartikel über Funktion und Mechanismus der Mikrotubuli-Orientierung
(Nick 2008)
Eine
kurze Beschreibung des KCH1-Projekts
Eine Originalarbeit über die Nutzung von YFP-mT als Werkzeug zur
Manipulation von Actin (Maisch und Nick 2007)
Eine
Originalarbeit über die Isolierung und Charakterisierung von
OsKCH1 (Frey et al. 2009)
© 2010 Peter Nick,
Botanisches Institut 1, alle Rechte vorbehalten
Ihre Meinung zu unserem Webauftritt ist uns wichtig - schreiben
Sie uns - Letzte Änderung - Donnerstag, 04. Februar 2010 |