| Molekularbiologie
und Biochemie der Pflanzen (AG Puchta) |
Zeitraum:
11.07.2011 - 22.07.2011
Zeit: 14:00 - 18:00 Uhr (bzw. nach Absprache)
Ort: Labore des Botanischen Instituts (AG Puchta), Gbd.
30.43 (6.OG)
Betreuer: Dr. Anja Mannuß, Laura Köhler, Susan
Schröpfer,
Teilnehmerzahl: 9
Inhalte:
Die DNA, Erbinformation
eines Organismus, ist ständig der Gefahr ausgesetzt, durch
exogene oder endogene Faktoren Schäden zu erleiden. Für
das Überleben einer Zelle ist jedoch die genomische Stabilität
essentiell, weshalb sich im Laufe der Evolution effiziente Reparaturwege
entwickelt haben. Die Reparatur durch Rekombination ist ein elementarer
Mechanismus, der in allen Organismen zum Einsatz kommt: man unterscheidet
hier zwischen nicht-homologer Rekombination (NHEJ) und homologer
Rekombination (HR). In somatischen Zellen spielt die HR zwar gegenüber
dem NHEJ eine untergeordnete Rolle, sie ist aber dennoch wichtig
für die präzise Reparatur von gefährlichen DNA-Doppelstrangbrüchen.
Außerdem ist die HR die Basis für gezielte Modifikationen
von Pflanzengenomen zu biotechnologischen Zwecken. Weiterhin ist
die HR auch ein unerlässlicher Schritt in der frühen
Meiose, in der die Neukombination genetischer Information von
Elternchromosomen erfolgt. Im Schnupperkurs werden ausgewählte
Experimente zur Erforschung der DNA-Rekombination in Pflanzen
durchgeführt, die einen repräsentativen Einblick in
die aktuellen Arbeiten in unserer Arbeitsgruppe geben. Weitere
Hintergrund-Informationen finden Sie auf unserer
Webseite.
Themen:
Charakterisierung von T-DNA Insertions-Mutanten:
Sensitivitätstests und Untersuchung der homologen Rekombinationsrate
(Dr. Anja Mannuß)
Es werden Pflanzen verschiedener Mutantenlinien auf ihre Sensitivität
gegenüber DNA-schädigenden Agenzien untersucht. Durch
diese Assays kann bestimmt werden ob Proteine an der DNA-Reparatur
beteiligt sind. Auch können Rückschlüsse auf genetische
Interaktionen verschiedener an der DNA-Reparatur beteiligter Proteine
gezogen werden. Des Weiteren werden verschiedene Mutantenlinien
auf ihre homologe Rekombinationsrate hin untersucht. Die homologe
Rekombination ist ein grundlegender Mechanismus der in den verschiedensten
Organismen entwickelt wurde um Doppelstrangbrüche in der
DNA fehlerfrei reparieren zu können.
Untersuchung
von Mutantenlinien möglicher BRCA1 Interaktionspartner (Laura
Köhler)
BRCA1 ist
ein Tumorsupressorgen, in welchem Mutationen beim Menschen mit
erblich bedingtem Brustkrebs assoziiert sind. Es übernimmt
in verschiedenen Komplexen unterschiedliche Funktionen bei der
DNA-Reparatur, weshalb auch BRCA1-assoziierte Proteine eine Rolle
bei der Aufrechterhaltung der genomischen Integrität spielen.
Viele dieser Proteine, wie auch BRCA1 selbst, sind in Arabidopsis
thaliana konserviert.
Mutationen in Genen, die für die DNA-Reparatur wichtig sind,
führen insbesondere nach DNA-Schaden zu Phänotypen,
die vom Wildtyp abweichen. Bei einigen dieser Mutanten kommt es
beispielsweise nach Einwirkung von UV-B-Strahlung zu einem Absterben
der Stammzellen in der Wurzelspitze. Im Praktikum werden sie unter
anderem mikroskopisch untersuchen, ob dieser Phänotyp auch
bei Mutanten von BRCA1 und einigen assoziierten Proteinen auftritt.
Untersuchung
der homologen Rekombination in meiotischen Zellen (Susan Schröpfer)
Durch den Ausfall von Proteinen der meiotischen Rekombination
kommt es zu Schäden an der DNA, wie z.B. Chromosomen-Brücken
und -Brüchen und der ungleichen Aufteilung der Chromosomen
in den Keimzellen. Dies kann dazu führen, dass keine Nachkommen
mehr erzeugt werden können. Im Praktikum soll die Funktion
verschiedener Proteine, die an der meiotischen Rekombination beteiligt
sind untersucht werden. Dafür sollen Präparate meiotischer
Zellen von verschiedenen Knockout-Mutanten hergestellt werden
und anschließend am Fluoreszenzmikroskop untersucht werden.
Des Weiteren soll mit Hilfe von fluoreszenzmarkierten Antikörpern
festgestellt werden, wo die untersuchten Proteine während
der Meiose lokalisiert sind.
Informationen
zum Ablauf:
Die Durchführung der Experimente erfolgt in 3er-Gruppen.
Jede Gruppe führt zwei der drei beschriebenen Versuche bei
den genannten Betreuern durch, wobei ein Versuch in der ersten
und der zweite in der darauf folgenden Woche statt findet. Grundsätzlich
ist dafür die im Stundenplan vorgesehene Zeit eingeplant,
Abweichungen davon werden mit den Betreuern der Versuche während
der Vorbesprechung geklärt. Diese wird voraussichtlich ein
bis zwei Wochen vor Beginn des Schnupperkurses stattfinden und
zeitlich mit den angemeldeten Teilnehmer per Mail koordiniert.
Für die Vorbesprechung besteht Teilnahmepflicht - es erfolgt
eine allgemeine Sicherheitsbelehrung sowie eine spezielle Belehrung
für den Umgang mit Mutagenen, die Teilnehmer werden auf drei
Gruppen aufgeteilt und die Zuordnung zu den beiden Versuchen erfolgt.
Außerdem werden die Themen sowie die Literatur für
den im Rahmen von Modul 0004C zu haltenden Seminarvortrag vergeben.
Jeder Teilnehmer fertigt ein eigenständiges Protokoll zu
einem der durchgeführten Versuche an. Die Zuteilung erfolgt
ebenfalls bei der Vorbesprechung. Der Abgabe-Termin wird mit dem
zuständigen Betreuer vereinbart. Durch das Protokoll können
bis zu 10 Extrapunkte erzielt werden. Weitere bis zu 14 Extrapunkte
können in dem Seminar (Modul 0004C) dazu kommen. Diese Extrapunkte
werden auf die zentral organisierte Klausur zu Modul 4 angerechnet,
sofern diese bestanden ist. Wichtig: die Inhalte des Schnupperkurses
wie auch von Modul 0004C sind nicht klausurrelevant!
Das Seminar im Rahmen von Modul 0004C findet am Freitag, 22.07.2011
nach Absprache im Seminarraum von Botanik II statt. Hierbei hält
jeder Teilnehmer einen Vortrag über das zugeteilte Thema
(ca. 20 Minuten + 10 Minuten Diskussion).
© 2010 Peter Nick,
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Sie uns - Letzte Änderung - 31.03.11
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