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Pressestimmen

Uni-Information über unser Konzert vom 27.2.1993


Uni-Information Karlsruhe, Februar 1993, S. 33

Universitätschor:

Ein deutsches Requiem

Die Totenmesse von Brahms zum Jubiläum

Eine Totenmesse zum Jubiläum? Manch einer mag sich diese Frage stellen und fürchten, daß dies das Ende des Universitätschores sei. Doch man mag beruhigt sein: Mit fünfzehn Jahren ist ein Chor noch nicht alt. Im Gegenteil, er befindet sich eher in der Aufbauphase als im Abstieg. Und selbst sehr gute Qualität läßt sich immer noch verbessern. Auf diesem Aspekt liegt das besondere Augenmerk von Nikolaus Indlekofer, der seit fünf Jahren den Chor leitet. In dieser Zeit hat er es durch sein musikalisches Engagement und seine Art, einen Chor zu führen, geschafft, die Sängerinnen und Sänger für eine längere Zeit an den Chor zu binden, somit ein solides und stabiles Klangfundament zu schaffen und die Zahl der Mitglieder weiter wachsen zu lassen. Insgesamt 150 Mitglieder zählt der Chor heute, in der Mehrzahl Studierende der Universität und der anderen Hochschuleinrichtungen in Karlsruhe. 89 Konzerte im In- und Ausland wurden in dieser Zeit gesungen. Höhepunkte waren darunter Händels "Messias', Bachs "Johannes-Passion", Mozarts "Requiem" und Orffs "Carmina Burana", aber auch Werke wie das "Oratorium nach Bildern der Bibel" von Fanny Hensel-Mendelssohn, "Dido und Aeneas" von Purcell und reine a-capella Programme wie Tschaikowskys Chrisiostomos-Liturgie. Konzertreisen des Chores und Gastkonzerte der befreundeten Chöre in Karlsruhe sind seit langem liebgewordene Bestandteile des Chorlebens, die viel für die Völkerverständigung und die Harmonie im Chor selbst gesorgt haben. Seit vergangenem Jahr ist der Universitätschor Mitglied des Badischen Sängerbundes.

Für die Unterstützung, die der Chor in den zurückliegenden Jahren erhalten hat, soll an dieser Stelle allen gedankt werden. Stellvertretend seien hier genannt, das Rektorat, der Studentendienst e.V., das neugegründete Studentische Kulturzentrum an der Universität Karlsruhe GmbH, die Stadt Karlsruhe, die Landesbausparkasse Baden, das Badenwerk und dem Freundeskreis der Chöre der Universität Karlsruhe e.V. Unser Dank gilt natürlich auch allen Konzertbesuchern für ihre Treue.

Für die Lebenden

Das Deutsche Requiem ist keine Totenmesse im klassischen Sinn. Der deutschsprachige Text des Werkes ist keine Übersetzung der lateinischen Liturgietexte, sondern eine von Brahms getroffene Auswahl von Bibelzitaten. Er komponierte das Werk bereits im Alter von 35 Jahren und ist damit der jüngste Komponist eines vollständigen Requiems. Brahms selbst verstand es als ein menschliches und nicht so sehr als ein rein christlich-religiöses Requiem. Das Werk ist daher weniger Nachruf auf die Toten oder eine Fürbitte um die Gnade Gottes, als vielmehr Mahnung, Trost und Zuversicht für die Lebenden. Somit ist es auch für ein Jubiläumskonzert, das einen freudigen Anlaß hat, geeignet.

Begleitet wird der Chor von der Jungen Süddeutschen Philharmonie aus Esslingen. Die Solopartien werden gesungen von Anne Lünenbürger (Sopran, Karlsruhe) und Franz Gerihsen (Bariton, Köln).

Alle Mitglieder der Universität und alle Freunde des Universitätschores sind zum Hauptkonzert am 28. Februar 1993, 20.00 Uhr in der evangelischen Stadtkirche (Marktplatz) herzlich eingeladen. Eine weitere Möglichkeit, das Werk zu hören, besteht am 27. Februar 1993 um 20.30 Uhr in Straßburg, Eglise St. Paul (Place Eisenhower).

Wer die Arbeit des Universitätschores und des Kammerchores unterstützen möchte, wende sich bitte an den Freundeskreis der Chöre der Universität Karlsruhe e.V. Informationen zu der Arbeit des Freundeskreises und zu einer Mitgliedschaft können Sie telefonisch über 608-3163 erhalten. Karten für das Konzert können ebenfalls unter dieser Nummer bestellt werden.

Norbert Eisenhauer