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Johannes Brahms

Johannes Brahms

Ein deutsches Requiem

Anne Lünenburger (sopran)
Franz Gerihsen (bariton)
Universitätschor Karlsruhe
Junge Süddeutsche Philharmonie
Leitung: Nikolaus Indlekofer

Samedi, 27 février 1993 20 h 30

Strasbourg Église St. Paul, Place Eisenhower
Entreé: 80 FF(rég.),  50 FF (réd.)

Sonntag, 28. Februar 1993 20 Uhr

Ev. Stadtkirche, Marktplatz
Eintritt: 13-28 DM,  ermäßigt 9-23 DM
Vorverkauf: Musikhaus Schlaile, Kellner & Moessner
 

Johannes Brahms (1833-1897)

 
Johannes Brahms wurde am 7. Mai 1833 in Hamburg geboren und erhielt seinen ersten Musikunterricht bei seinem Vater, einem in der Hansestadt vielseitig tätigen Musiker. Sein erstes Geld verdiente er sich als Unterhaltungpianist und später trat er als Begleiter des ungarischen Geigenvirtuosen E. Remény hervor. Auf einer Konzertreise lernte er den Geiger Josef Joachim kennen, der ihn unter anderem mit Clara und Robert Schumann bekannt machte. Schumann, begeistert vom Klavierspiel und den noch unveröffentlichten Kompositionen Brahms, schrieb in der "Neuen Zeitschrift für Musik" einen enthusiastischen Artikel über den jungen Kopmponisten. 
Von 1857 bis 1859 war Brahms am Hof zu Detmold als Pianist und Dirigent tätig. Nach verschiedenen kürzeren Aufenthalten in Hamburg und Wien verlegte er 1868 seinen Wohnsitz entgültig in die Metropole der Donaumonarchie, nachdem ihm in seiner Geburtsstadt die sehr ersehnte Leitung des philharmonischen Orchesters nicht übertragen worden war. Von 1872 bis 1875 war er künstlerischer Leiter der Gesellschaft der Musikfreunde. Ansonsten lebte er als freischaffender Komponist. Die Sommermonate verbrachte er in der Regel in ländlicher Abgeschiedenheit, wo die meisten seiner Kompositionen entstanden. 
Im Jahr 1868 vollendete Brahms das deutsche requiem im Alter von 35 Jahren, acht Jahre vor seiner ersten Symphonie. Daß die Komposition eines Requiem sein erstes Werk für Chor und Orchester war und nicht erst zum Abschluß seiner Schaffensperiode entstand, zeichnet ihn als jüngsten Komponisten einer vollständigen und vollendeten Totenmesse aus. 
Johannes Brahms starb am 3. April 1897 in seiner Wahlheimat Wien.
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Ein deutsches Requiem

Requiem ist die Bezeichnung für die lateinische Totenmesse der römisch-katholischen Kirche. Die fest vorgegebenen Texte wurden von unzähligen Kopmponisten seit dem 16. Jahrhundert mehrstimmig vertont. Lassus, Palestrina, Scarlatti, Mozart, Verdi und Berlioz, um nur einige zu nennen, schufen unvergeßliche Werke auf der Grundlage dieser textlichen und geistigen Vorlage. Der Text der lateinischen Totenmesse ist ein Bittgebet, das den Verstorbenen begleitet, ihm gilt und ihm helfen soll, zur Erlösung zu gelangen. 
Ganz anders geht Brahms mit der Idee seines Requiems um.  Nicht für die Toten, sondern für die Lebenden schreibt er seine Musik. Nicht die Verstorbenen brauchen Hilfe und Trost sondern die Hiergebliebenen. Somit ist seine Textauswahl eine Zusammenstellung von Schriftstellen des Alten und Neuen Testamentes, deren Aussagen vom Trost für die Trauernden bis zur Mahnung reichen, die Tatsache des Todes als Konsequenz in unser Leben einzulassen. 
Die Auswahl der Texte zeugt von einer enormen Bibelkenntnis Brahms', die neue Zuordnung zeigt aber gleichzeitig seine geistige Freiheit, mit dem Gefundenen umzugehen und es in neuen Beziehungen erscheinen zu lassen. Mit der Verwendung der deutschen Sprache befindet sich Brahms sicher in der protestantischen Tradition der Begräbnismusiken, sprengt aber den konfessionellen, ja kirchlichen Rahmen bewußt, wie folgender Briefwechsel zeigen soll: 
Karls Reinthaler, der 1868, also vor nunmehr 125 jahren, die erste sechssätzige Aufführung des Requiems in Bremen einstudierte, wies den Komponisten darauf hin, daß wohl "für das christliche Bewußtsein der Punkt, um den sich alles dreht, nämlich der Erlösungstod des Herrn" fehlt. bei der Bremer Uraufführung wurde wegen dieses "Mangels" die Arie "Ich weiß, daß mein Erlöser lebet" aus dem Messias von G.F. Händel nach dem 4. Satz eingeschoben. Brahms' Antwort auf den Ergänzungswunsch Rheintalers aber lautete: "Was den Text  betrifft, will ich gern bekennen, daß ich recht gern auch das Wort 'Deutsch' (im Titel) fortließe und einfach den 'Menschen' setzte, auch mit allem Wissen und Willen Stellen wie z.B. Ev. Joh. Kap.3 Vers 16 (Denn Gott hat die Welt so sehr geliebet, daß er seinen einzigen Sohn hingab...) entbehrte." 

Für den Menschen, unabhängig von Konfession, Religion und Nationalität soll diese Musik gehört und verstanden werden.
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Anne Lünenburger

Anne Lünenburger absolvierte ihre Gesangsausbildung an der Karlsruher Musikhochschule bei Professor Christiane Hampe. 1990 erlangte sie mit Auszeichnung ihr staatliches Diplom für Gesangserziehung und begann mit der "künstlerischen Ausbildung" und der "Opernschule". Seit 1992 ist sie Stipendiatin des deutschen Musikrates und belegt Meisterkurse bei Kammersängerin Hilde Zadek und Kammersängerin Prof. Dr. Elisabeth Schwarzkopf. Anne Lünenburger ist erste Preisträgerin des VDMK-Gesangswettbewerbs Rheinland-Pfalz. Rundfunkeinspielungen beim Bayrischen Rundfunk und beim Süddeutschen Rundfunk. 
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Franz Gerhisen

Franz Gerihsen erhielt seine Gesangsausbildung an der Musikhochschule Köln bei den Professoren Joseph Metternich und Hans Mueller-Heuser. Als Preisträger mehrerer Wettbewerbe - darunter ein erster Preis beim Bundesgesangswettbewerb Berlin - war er häufig Gast in wichtigen Musikzentren wie Paris, Berlin, München Hamburg, Stuttgart, Turin, Tel Aviv. Er musizierte u.a. mit den Dirigenten Sergio Celibidace und Helmut Rilling. Von ihm liegen zahlreiche Rundfunkaufnahmen vor, ausserdem Schallplatteneinspielungen mit Werken von Claudio Monteverdi, J.S. Bach und G.F. Händel.
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Junge Süddeutsche Philharmonie

1957 trat die Junge Süddeutsche Philharmonie Esslingen, damals noch unter dem Namen Süddeutsches Jugendorchester, zum ersten Mal mit einem sinfonischen Programm öffentlich auf. Erich Reustlen wollte mit der Gründung dieses Orchesters jugendlichen Instrumentalisten das Spielen sinfopnischer Werke, die sonst Berufsorchestern vorbehalten bleiben, ermöglichen. Um Erwachsene als Mitglieder zu gewinnen und um die Kontinuität im ensemble zu gewährleisten, wurde und wird bis heute auf eine Altersbegrenzung nach oben hin, wie bei anderen vergleichbaren Orchestern üblich, verzichtet. Diesem Grundsatz gemäß wurde 1969 aus dem Süddeutschen Jugendorchetsre die Junge Süddeutsche Philharmonie. Als Erich Reustlen die Leitung nach 20 Jahren erfolgreicher Tätigkeit an Bernhard Kontarsky abgab, wagte das Orchester unter diesem den ersten Schritt zu großen Werken der Spätromantik und Moderne. Schon in dieser Phase zeichnete sich das Orchester durch die erstaunlich hohe Qualität seiner musikalischen Darbietungen aus. Unter Bernhard Güller, der 1983 Dirigent der Jungen Süddeutschen Philharmonie wurde, hat sich das Orchester, das seit 1987 seinen Sitz in Esslingen hat, vor allem in klanglicher Hinsicht stetig weiterentwickelt. Seither wurden zahlreiche Konzerte aufgezeichnet und im Rundfunk gesendet. 1988 wurde eine CD mit Werken von Gershwin und Bernstein eingespielt; eine weitere Auswahl von Konzertmitschnitten ist bei Sony Classics und Aurophon erschienen. 
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Webmaster, zuletzt geändert am 29.09.2009, 22:13.