BNN Kritik über unser Konzert vom 27.2.1993
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BNN vom 3.3.1993 Von Vergänglichkeit und Hoffnung auf EwigkeitDer Universitätschor und die "Junge Süddeutsche Philharmonie" mit Brahms' "Deutsches Requiem"Brahms schrieb sein Opus 45 zwischen l861 und 1868, angeregt durch den Tod seiner Mutter und den Robert Schumanns. Die Texte für die siebenteilige Chorkantate entnahm er dem Neuen Testament und den Psalmen. "Selig sind, die da Leid tragen", die zweite Seligpreisung der Bergpredigt, ist der Text zum Eingangschor. Er erfuhr eine ungemein zarte, innige Darstellung. Der zweite Chor wird getragen von den immer wiederkehrenden, sich harmonisch steigernden, eindrucksvollen Dreiklängen zu dem Text: "Denn alles Fleisch, es ist wie Gras..." Bei allem Wohlklang von Chor und Orchester wäre etwas mehr innere Glut und Spannung wünschenswert gewesen. Mit großem, klug geführtem und ausdrucksstarkem Bariton nahm sich daraufhin Franz Gerihsen seines Soloparts mit den Worten an: "Herr, lehre mich doch..." Chor und Orchester brachten die sich auf einem Orgelpunkt entwickelnde anschließende Fuge zu strahlendem Schluß. Im fünften Satz überläßt Brahms den Text "Ihr habt nun Traurigkeit" dem Solosopran, begleitet vom Chor. Da war es Anne Lünenbürger, die ihren Part mit ihrer markant-ausgefeilten Stimme bei großem Engagement in wunderschönem Bogen anlegte. Den dramatischen Höhepunkt in diesem Deutschen Requiem, dem Quasi-Dies irae, stellt zweifellos der sechste Teil dar. Zum Chor tritt wieder der Bariton mit: "Siehe, ich sage euch ein Geheimnis", womit Franz Gerihsen seinen hervorragenden Eindruck, den er bereits zuvor hinterließ, nur vertiefen konnte. Das Werk kulminiert hier in ständiger Steigerung bis zu "Tod, wo ist dein Stachel?", was Nikolaus Indlekofer mit Chor und Orchester in großartiger Entfaltung zustande brachten. So konnte der Schlußchor: "Selig sind die Toten" in dieser Aufführung zu wahrhaft besänftigenden Epilog werden. Christiane Voigt |


